Dr. Rainer Kurlemann

Wie fällt die RP-Online-Bilanz von der Wahlnacht aus? Meine Bilanz ist sehr positiv: Der Zweikampf zwischen Obama und McCain lief bereits das ganze Jahr sehr gut. Die Resonanz rund um den Wahltag hat uns noch überrascht. Viele hatten vorhergesagt, dass die Wahl ein Fernsehereignis sein würde. Das stimmt aber nicht, die Menschen suchen immer stärker […]

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Wie fällt die RP-Online-Bilanz von der Wahlnacht aus? Meine Bilanz ist sehr positiv: Der Zweikampf zwischen Obama und McCain lief bereits das ganze Jahr sehr gut. Die Resonanz rund um den Wahltag hat uns noch überrascht. Viele hatten vorhergesagt, dass die Wahl ein Fernsehereignis sein würde. Das stimmt aber nicht, die Menschen suchen immer stärker im Internet nach Informationen. Zumal die Aktualität dort manchmal höher ist als in deutschen Fernsehsendern. Wir hatten sehr viel Traffic und konnten die User lange an uns binden. Das ist ein Zeichen für gute Arbeit. Insgesamt bin ich vom Auftritt vieler deutscher Web-Portale aber enttäuscht. Einige haben dieses wichtige Ereignis in der Nacht und am frühen Morgen doch sehr stiefmütterlich behandelt. Das gilt besonders für regionale Online-Angebote, da waren wir eine der wenigen, die die US-Wahl im großen Umfang für den User spannend vermittelt haben.
Haben die Nutzer das Angebot angenommen? Unsere Nutzer haben das Angebot sehr gut aufgenommen. Bei den Visits gehörten der Dienstag und Mittwoch zu den besten Tagen dieses Jahres. Das freut uns natürlich besonders. Der Nachrichten-Live-Ticker hatte mehr als 60.000 Seitenaufrufe, damit sind wir zufrieden.
Welche Features, Meldungen oder Fotostrecken hat Ihr Online-Angebot in der Wahlnacht geboten? Die US-Wahl hat sehr viel Platz im oberen Teil unserer Homepage bekommen. Redaktionell haben wir auf klassische Elemente gesetzt. Unser schnellstes Feature war der Live-Ticker für die Nachrichtenlage, die einzelnen Ergebnisse haben wir mit einer Flash-Grafik abgebildet. Die Redaktion hat eigene Geschichten gemacht: erste Analysen zur Wahl und die Besonderheiten der Wahlnacht. Die Emotionen ließen sich am besten über Fotos abbilden: die bewegenden Bilder zu der Rede von Obama und von McCain, die zahlreichen Feiern rund um die Welt. Unser Korrespondent Frank Herrmann war in Chicago dabei und lieferte den ersten Kommentar. Am Vormittag hatten wir ein Live-Blog vom „Election Breakfast“ der Rheinischen Post mit einem Expertenforum in Düsseldorf. Unsere User können Wünsche an und für den neuen US-Präsidenten aufschreiben. Nach dem Mittag dann das typische Nachrichtengeschäft: Hintergründe, Analysen, der Blick auf andere Web-Portale, Reaktionen bei YouTube und natürlich auch eine Erklärung zur Hologramm-Moderatorin bei CNN.
Was können Sie beim nächsten Mal (noch) besser machen? Die Wahl war sehr emotional. Wir haben sehr bewegte Kommentare von Usern bekommen. Die müssen wir demnächst noch besser einbinden, auch mit eigenen Berichten aus Amerika. Die US-Seiten hatten einige tolle Features, von denen wir lernen können. Enttäuscht war ich von der Leistung der Nachrichtenagenturen. Wir mussten uns auf das US-Fernsehen verlassen, um aktuell zu bleiben.

www.rp-online.de

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