US-Experte: Web 2.0 droht „nuklearer Winter“

Erschreckendes Ergebnis einer Umfrage, die die "Wirtschaftswoche" unter 151 jungen Internet-Unternehmen zur aktuellen Finanzkrise durchführte: "Mehr als die Hälfte der Befragten sieht die Existenz ihrer Unternehmen bedroht". Auch Facebook muss unterdessen einen Rückschlag verzeichnen: Nach WiWo-Recherchen wird das Social Network im laufenden Geschäftsjahr statt der avisierten Umsätze zwischen 300 bis 350 Millionen Dollar lediglich 263 Millionen Dollar erlösen.

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Die renommierte „Wirtschaftswoche“ (WiWo) liefert in der am Montag erscheinenden Ausgabe die Internet-Story der Stunde: „Web 2.0 – Flop 2.0: Überlebenskampf im Internet“, lautet der vielversprechende Aufmacher. Dabei sieht es über weite Strecken zunächst einmal nicht nach Neuem aus: Unter dem Titel „Dunkle Zeiten“ bringt der langjährige USA-Korrespondent der „WiWo“, Matthias Hohensee, erst eine Nachlese der letzten Wochen – Yahoo-CEO Jerry Yang kündigte ebenso seinen Rücktritt an wie Xing-Gründer Lars Hinrichs, den Online-Pionieren Ebay und Amazon droht ein herber Einbruch im Weihnachtsgeschäft, während Gawker-Gründer Nick Denton mit der Vorhersage schockierte, der Online-Werbemarkt werde 2009 um bis zu 40 Prozent einbrechen.
So weit, so bekannt. Spannend wird es jedoch, als der Silicon Valley-Kenner Hohensee neue Einsichten zu Facebook liefert. So soll das beliebte US-Social Network nach Recherchen der „Wirtschaftswoche“ im laufenden Geschäftsjahr statt der avisierten Umsätze zwischen 300 bis 350 Millionen Dollar lediglich 263 Millionen Dollar erlösen.

Andere Start-ups aus dem Web 2.0-Umfeld dürften das übernächste Jahr unterdessen gar nicht erleben. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Wirtschaftsmagazin unter 151 jungen Internet-Unternehmen zur aktuellen Finanzkrise durchführte. Ernüchternde Erkenntnis: „Mehr als die Hälfte der Befragten sieht die Existenz ihrer Unternehmen bedroht“, so die „Wiwo“ in ihrem Folge-Artikel „Ausgemergelte Gerippe“.

Der ehemalige Netscape-Gründer Marc Andreessen, der mit dem Social Network-Mashup-Dienst Ning seinen dritten Frühling erlebte, beurteilt die kommende Krise im Silicon Valley unterdessen ähnlich dramatisch.  Es wird „ein nuklearer Winter“, findet der inzwischen 37-jährige Andreesen die wohl zitierfähigsten Worte des Wochenendes zur zweiten Welle des Dot.com-Sterbens im laufenden Jahrzehnt.
Verleger Tim O’Reilly, der als Urvater des Web 2.0 gilt, kann dem Ausleseprozess unterdessen auch etwas Positives abgewinnen: „Die Bereinigung ist überfällig“, so der 54-jährige Ire.

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