Yahoo: Großaktionär Carl Icahn legt nach

Der berüchtigte Spekulant Carl Icahn hat seine Anteile am schlingernden Internetportal Yahoo deutlich aufgestockt. Der Großaktionär, der zuvor bereits rund 68 Millionen Aktien an Yahoo besaß, hat zwischen Montag und Mittwoch 6,8 Millionen neue Anteilsscheine zu einem Durchschnittspreis von 9,88 Dollar erworben. Damit erhöhte sich Icahns Anteil auf 75,6 Millionen Papiere oder rund 5 Prozent […]

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Der berüchtigte Spekulant Carl Icahn hat seine Anteile am schlingernden Internetportal Yahoo deutlich aufgestockt. Der Großaktionär, der zuvor bereits rund 68 Millionen Aktien an Yahoo besaß, hat zwischen Montag und Mittwoch 6,8 Millionen neue Anteilsscheine zu einem Durchschnittspreis von 9,88 Dollar erworben. Damit erhöhte sich Icahns Anteil auf 75,6 Millionen Papiere oder rund 5 Prozent des Unternehmens.

Das Signal, das Icahn damit setzt, ist deutlich: Yahoo ist auf dem gegenwärtigen Niveau günstig. Tatsächlich: Das extrem ermäßigte Kursniveau weckt Begehrlichkeiten. Yahoo bei 10 Dollar – das hat man sich vor Jahresfrist kaum vorstellen können. Bis auf  8,94 Dollar wurde der einstige Dot.com-Highflyer sogar in der vorigen Woche durchgereicht – ein enormer Abschlag von 62 Prozent im Jahresverlauf bzw. gar  unglaublichen 93 Prozent seit dem Allzeithoch 1999.

Doch ist Yahoo damit wirklich ein Kauf, wie es das Engagement des 72-Jährigen glauben macht? Richtig billig ist Yahoo immer noch nicht. Das KGV beträgt noch immer 24 und ist damit alles andere als günstig. Der längst übermächtige Rivale Google ist bei einer Multiplen von 14 für das laufende Geschäftsjahr fast doppelt so billig wie das angeschlagene Interportal, dessen Gewinne zuletzt fast um zwei Drittel einbrachen.

Was Yahoo treibt, ist die Übernahme-Fantasie. Wenn Microsoft bietet – was immer noch plausibel erscheint – dürfte schnell ein Aufschlag von 30 bis 40 Prozent zum dann aktuellen Kurs fällig werden. Auch die Asien-Beteiligungen (Yahoo Japan und Alibaba) und die Web 2.0-Tochter Flickr sind Pfunde, mit denen der Internet-Pionier wuchern kann.

Trotzdem sollten Anleger nicht den Fehler machen, die optisch vergünstigten Kurse für Schnäppchenpreise zu halten. Noch unterstellt der Markt, dass der einstige Dot.com-Highflyer mit nächsten Jahr leicht zulegen kann – eine mutige Prognose angesichts eines allgemein erwarteten Rückgangs im Online-Werbemarkt. Bricht das Anzeigengeschäft zusammen, wird wohl auch Yahoo seine Prognose weiter nach korrigieren müssen. 

Carl Icahn weiß das, pokert aber. Er hat dieses Spiel in seinem Leben schon oft genug gespielt – und gewonnen. Anleger sollten bei einem Engagement deshalb genau ihre Motive überprüfen.  Gegenwärtig ist die Aktie eine Wette – und kein Investment.

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