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G+J-Chef fordert Mehrwertsteuer-Befreiung

Der Vorstandschef von Gruner+Jahr sieht keine Anzeichen für eine Erholung der Print-Branche. Im Interview mit der "FAZ" nennt Bernd Kundrun "die Prognose für die Printmedien besorgniserregend". Die Werbeeinbrüche werde G+J zwar ohne weitere Maßnahmen überstehen können. Trotzdem fordert Kundrun eine Befreiung von der Mehrwertsteuer für Printprodukte insgesamt.

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Die Zukunft der Branche insgesamt stellt sich für Kundrun schwarz dar. Für das kommende Jahr schließt er zweistellige Rückgänge der Werbeerlöse nicht aus. Dabei seien die Printmedien überproportional stark betroffen. Der Grund: In Krisenzeiten verzichten die Unternehmen am ehesten auf die sogenannte Image-Werbung – ein „gravierender Fehler“, denn „wer jetzt an öffentlicher Wahrnehmung verliert, wird es später, wenn die Märkte wieder anziehen, sehr schwer haben, diese wieder zurückzugewinnen“.

Kundrun ist sich sicher, dass es Opfer geben wird. Vor allem kleinere und mittlere Verlage mit heikler Finanzierungsbasis seien von Insolvenz bedroht. Statt staatlicher Hilfe, wie sie derzeit von anderen Branchen gefordert wird, hält Kundrum eine komplette Befreiung von der Mehrwertsteuer für angemessen. Schon heute entfallen auf Printprodukte nur sieben, statt der allgemeinen 19 Prozent. Der Gruner+Jahr-Chef rechtfertigt die Forderung mit der „gesellschaftstragende Rolle“ der Presse und ihrem „besonderen Wert für die Demokratie und die Kultur dieses Landes“.

Der eigene Verlag sei nicht bedroht. „Wir bei Gruner+Jahr haben unsere Hausaufgaben gemacht und gehen davon aus, dass wir den heute absehbaren Werbeeinbruch ohne weitere Maßnahmen überstehen können.“ Mit anderen Worten: Nach der deutschen „Park Avenue“, der russischen „Life & Style“ und der holländischen „Gala“ werden keine weiteren Zeitschriften eingestellt. Auch das „Kerngeschäft ist noch immer in guter Verfassung“. Das werden die 120 Mitarbeiter der Wirtschaftsredaktionen, denen in der vergangenen Woche gekündigt worden ist, wohl kaum verstehen können.

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