Warner Music macht wieder Gewinn

Ist dies die Wende für die Musikindustrie? Erstmals seit drei Jahren meldet ein führendes Musik-Label wieder einen Gewinn: Im vierten Quartal seines Geschäftsjahrs 2008 verzeichnet die Warner Music Group ein Nettoergebnis von immerhin sechs Millionen Dollar plus. Vor allem das florierende Geschäft mit Downloads konnte weiter zulegen. Aber auch die Stars von Warner Madonna, die Metal-Band Metallica und der Rapper T.I. tragen zu dem guten Ergebnis bei.

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Der Gewinn entspricht zwar nur einem Plus von rund einer Million Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Aber der langanhaltende und lineare Abwärtstrend der Musikindustrie ist damit erstmals gebrochen. Den Durchbruch verdankt Warner dem Digitalgeschäft: Mit Musik-Downloads und Klingeltönen setzte der Konzern im vierten Quartal 26 Prozent mehr Geld um, als noch ein Jahr zuvor. Das Internet, so Warner, trage mittlerweile rund ein Viertel zu seinem Gesamtumsatz im Musik-Kerngeschäft bei. Und die Tendenz ist steigend.

Damit scheint das Umdenken bei den etablierten Musikkonzernen erstmals Früchte zu tragen. Lange hat das Management der Major-Labels im Internet eine Bedrohung gesehen – ohne mit eigenen positiven Angeboten auf ein grundlegend verändertes Konsumentenverhalten zu reagieren. Spät, doch vielleicht noch rechtzeitig, hat sich die Branche bewegt. Die vier Marktführer – Universal Music, Sony ME, EMI und Warner – lizenzieren ihre Musik an die neuen Musik-Services wie iTunes oder MySpace Music, oder treten über selbstgeschaffene Download-Portale direkt mit den Konsumenten in Kontakt.

Denn das Geschäft mit physischen Musikkonserven krankt nach wie vor. Der CD-Verkauf wird global weiter schwinden, ein anderer attraktiver Datenträger für Musik, der an die Stelle der CD treten könnte, ist nicht in Sicht. Deshalb fiel auch bei Warner der Umsatz mit Musik im vierten Quartal insgesamt um 3,7 Prozent auf 707 Millionen Dollar.

Trotz des guten Ergebnis für das vierte Quartal fällt die Bilanz für das gesamte Geschäftsjahr von Warner Music, das am 30. September endete, also negativ aus. Zu verlustreich sind die ersten drei Quartale ausgefallen, das Minus steigt von 21 Millionen auf 56 Millionen Dollar an. Während Warners internationales Geschäft mit guten Ergebnissen in Japan, Frankreich und Italien um 3,7 Prozent zulegen konnte, verlor der Musikkonzern in den USA 5,4 Prozent. Analysten erkennen darin deutlich die Auswirkungen der Rezession.

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