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Springers unendlicher Kampf um ProSieben

Der Showdown vorm Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG) geht in die Verlängerung: Dreieinhalb Jahre nach der Untersagung der Springer-Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG durch das Bundeskartellamt kämpft das Hamburger Verlagshaus weiter um die ehrgeizigen TV-Pläne. Die mit Spannung für morgen erwartete Urteilsverkündung wurde jedoch um eine Woche auf den 3. Dezember verschoben. Auch zuletzt hatte Döpfner Interesse am TV-Konzern bekundet.

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Es war bislang die größte Niederlage der sechsjährigen Amtszeit von Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner: Im Januar 2006 untersagte die Bundeskartellbehörde die Übernahme des damals noch aufstrebenden TV-Konzerns ProSiebenSat.1. Die ambitionierte Akquisition, mit deren Hilfe Döpfner das Verlaghaus zum integrierten Medienkonzern umbauen wollte, scheiterte am Veto der Wettbewerbsbehörde aus Bonn.

Springer zog die Konsequenzen, gab die Übernahme zunächst auf und trennte sich schließlich sogar von 13 Prozent der Aktien, die der MDax-Konzern zuvor eingesammelt hatte – und zwar zu einem Zeitpunkt, als der Münchner Medienkonzern noch nicht ins Schlingern geraten und ein Vielfaches des heutigen Niveaus wert war.

Wenig Hoffnung auf Revision des Urteils


Tatsächlich jedoch hat der Hamburger Traditionskonzern seine Übernahmepläne nie aufgegeben. Zunächst ließ Springer das Veto der Wettbewerbshüter, die ihre Ablehnung mit der Entstehung eines Duopols auf dem privaten deutschen TV-Markt zwischen Springer (ProSiebenSat.1) und Bertelsmann (RTL) begründeten, juristisch überprüfen. Dann folgte der lange Weg über den Bundesgerichtshof (BGH) nach Karlsruhe, um über eine Überprüfung des Falles durch das OLG Düsseldorf überhaupt zu verhandeln. Das ist schließlich im letzten Sommer geschehen.

Das Ergebnis wurde ursprünglich für morgen Vormittag erwartet, doch nun kurzerhand um eine weitere Woche verschoben, nachdem es bereits im Oktober zu einem Aufschub gekommen war. Zu den Gründen äußerte sich die Sprecherin des Gerichts nicht. Allerdings darf sich Springer wohl keine großen Hoffnungen auf eine Änderung des Urteils machen. Bereits in der mündlichen Verhandlung hatte Richter Kühnen nämlich deutlich gemacht, dass er die Auffassung des Kartellamtes grundsätzlich teile.

Döpfner weiter an ProSiebenSat.1 interessiert

Springer-Chef Döpfner gibt sich unterdessen unbeeindruckt. Erst am vergangenen Freitag verkündete der 45-Jährige auf einer Branchenkonferenz in Barcelona, dass er an seinen TV-Plänen festhalte und er sich nach wie vor ProSiebenSat.1 als Kaufoption vorstellen könnte.

Gleichzeitig kritisierte Döpfner die Rechtsprechung, die die Entstehung einen nationalen Champions verhindert habe: „Das war nicht wirklich zum Nutzen des Unternehmens und des Wettbewerbs in Deutschland und der Position der deutschen Medienlandschaft im internationalen Kontext“, erklärte der Springer-Chef.

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