Kirch-Prozess: Erster Rückschlag

Der mit Spannung erwartete Prozess zwischen dem einstigen Medientycoon Leo Kirch und der Deutschen Bank hat am Dienstag vor dem Landgericht München begonnen. Dabei musste der inzwischen 82-Jährige zunächst einmal einen Rückschlag einstecken: So stellte die vorsitzende Richterin Brigitte Pecher infrage, ob Kirchs für die Schadenersatzklage ins Leben gerufene Firma KGL Pool tatsächlich seriös sei.

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„Wir stehen der Sache wirklich skeptisch gegenüber“, wurde Pecher zitiert. „Man kann doch nicht so in eine Verhandlung gehen“. Die Richterin bemängelte in erster  Linie, dass die Gesellschaft im Falle einer Niederlage nicht für die Prozesskosten aufkommen könne.

Ingesamt geht es bei dem Prozess um zwei Klagen Leo Kirchs, die sich auf die Schadenersatzansprüche von drei Milliarden Euro belaufen. Kirch macht den damaligen Deutsche Bank-Vorstand Rolf Breuer für den Zusammenbruch seines Medienimperiums verantwortlich. Breuer hatte seinerzeit in einem TV-Interview die Kreditwürdigkeit des strauchelnden Münchner Medienkonzerns infrage gestellt.

Der 2006 aus dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank ausgeschiedene Breuer versteht Kirchs Vorwürfe bis heute nicht.  „Ich hätte nie gedacht, dass eine zutreffende Bemerkung, die ja nur wiedergab, was längst in der Öffentlichkeit bekannt war, so einen juristischen Rachefeldzug auslöst“, wundert sich der 71-jährige Deutsch-Banker bis heute über Kirchs verbitterten Kampf. „Lästig ist das schon. Aber ich wache nachts nicht auf und denke: „‚Herr Kirch, Herr Kirch'“.

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