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Twitter: War Facebook vor der Übernahme?

Es gibt derzeit wohl kaum ein aufstrebendes Web 2.0-Unternehmen, dem nicht nachgesagt wird, es könnte von Facebook gekauft werden. StudiVZ? Oder vielleicht doch Xing? Wie der "Wall Street Journal"–Ableger "All things digital" berichtet, stand das Social Network offenbar kurz vor dem Abschluss der Übernahme des Mikro-Blogging-Dienstes Twitter. Volumen der Offerte: Stolze 500 Millionen Dollar. Der Deal scheiterte im letzten Augenblick – zunächst.

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Die Gerüchte sind nicht ganz neu: Drei Wochen ist es her, als auf dem Web 2.0 Summit in San Francisco erstmals kolportiert wurde, das Social Network Facebook könnte Interesse an einer Akquisition des Mikro-Blogging-Dienstes Twitter haben. Was läge auch näher als das: Die Synergien zwischen den beiden Web 2.0-Angeboten sind groß. Längst twittern viele Facebook-Benutzer, um die 140-Zeichen langen Statusmeldungen dann auch in Echtzeit in ihren Facebook-Feed einfließen zu lassen.

Der notorisch zugeknöpfte Facebook-CEO Mark Zuckerberg zeigte sich voll des Lobes für das erst vor zwei Jahren gestartete Social Network:  Er wäre „wirklich beeindruckt“, was Twitter bis heute geleistet habe, zollte Zuckerberg Tribut. Twitter habe ein „sehr elegantes Modell“.

Knackpunkt Bewertung: Twitter hält Facebook nicht für 15 Milliarden Dollar wert

Wie Kara Swisher vom „Wall Street Journal“ in ihrem beliebten Technologie-Blog „All things digital“ berichtet, habe es in den vergangenen Wochen Gespräche gegeben, die von Facebook Mitte Oktober angestoßen worden seien und sich bereits im fortgeschrittenen Stadium befunden haben.

Glaubt man der stets gut informierten Swisher, die in der vergangenen Woche mit der exklusiven Verkündung des Rücktritts von Yahoo-CEO Jerry Yang einen Scoop landen konnte, ist der Deal an den Zahlungsmodalitäten gescheitert. Facebook, das selbst bislang nicht den Beweis eines profitablen Geschäftsmodells erbracht hat, wollte den Deal mit eigenen Aktien bezahlen – und zwar auf Basis der Bewertung des Microsoft-Investments aus dem vorigen Jahr, nach dem das Social Network – rein rechnerisch – 15 Milliarden Dollar wert wäre.

Nach dem dramatischen Börsencrash der letzten zehn Wochen hält Twitter diesen Wert jedoch offenbar nicht mehr für realistisch – und sieht Facebook eher bei fünf Milliarden Dollar bewertet. Die Facebook-Offerte für Twitter wäre demnach nur rund 150 Millionen Dollar wert – zu wenig für das boomende Startup, das im Zuge der jüngsten US-Wahl enorm an Popularität gewonnen hat.

Angeblich wären nämlich auch Google, Microsoft und Verizon an einer Übernahme interessiert, hieß es. „Die Frage ist: Ist es tatsächlich eine gute Idee an den erstbesten Bieter zu verkaufen“, zitiert eine mit den Gesprächen vertraute Person Twitters aktuelle Haltung. Ob sich das gerade mal zweieinhalb Jahre junge Startup, das bislang keine Umsätze verzeichnen kann, da mal nicht verschätzt: Anlässlich der letzten Finanzierungsrunde wurde Twitter mit 98 Millionen Dollar bewertet. Das war im Mai dieses Jahres, als die (Börsen-)Welt bekanntlich noch in Ordnung war…


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