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Studie: Internet überholt Print 2018

Wissenschaftler sagen voraus, dass sich das Internet im Medien-Sektor schneller durchsetzt, als es Experten bisher erwarteten: Bereits in zehn Jahren werden Web-Angebote mindestens ebenso viele Werbeeinnahmen generieren wie die Print-Branche. Außerdem werden die Tageszeitungen bis 2018 fast ein Drittel ihrer Leser an das Internet verloren haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern der Fachhochschule Mainz.

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Der Grund für den Erfolg des weltweiten Netzes: Das Internet befriedigt diverse Bedürfnisse aus einer Quelle. Die Forscher Lothar Rolke und Johanna Höhn befragten 600 Personen der Altersgruppen 15 bis 19 Jahre, 20 bis 25 Jahre sowie 35 bis 50 Jahre und werteten bereits vorliegende Untersuchungen aus.

Das Erstaunlichste an den Befunden sei nicht nur „die Selbstverständlichkeit, mit der die jüngere Generation die verschiedenen Online-Angebote nutzt“, sagte Rolke, sondern auch „die Geschwindigkeit, mit der die 35- bis 50-Jährigen gelernt haben, die neuen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten zu gebrauchen“.

Der Motor der Entwicklung ist hierbei der hohe Praxiswert des Internet für die täglichen Bedürfnisse der Menschen nach Information, Unterhaltung und Einkauf. Um sich zu informieren, nutzen die Befragten Online-Angebote durchschnittlich drei Mal so häufig wie Fernsehen, Tages- und Publikumsmedien zusammen. Übrigens fühlen sich alle Altersgruppen durch das Internet gut informiert.

Vor einer geplanten Anschaffung surfen mehr als 70 Prozent im Netz, um Produktinformationen zu recherchieren und Produkte zu vergleichen. Hier führt das Internet bereits heute vor Freunden, Familie, Tageszeitungen oder Fachzeitschriften.

Die hohe Attraktivität liegt für die befragten Personen aber auch in dem direkten Zugriff auf die verschiedenen Bereiche; ein Klick genügt, um von einer Web-Enzyklopädie zu einem Unterhaltungsvideo zu wechseln oder ein Buch zu kaufen. Dadurch habe sich das Internet zu einem „großen gesellschaftlichen Veränderer“ entwickelt.

Trotzdem haben die traditionellen Medien nicht ausgedient, meint der Professor für Betriebswirtschaftslehre und Unternehmenskommunikation, Lothar Rolke. Im Gegenteil: Sie müssten „zu Begleitern für die Menschen werden: Ihnen Orientierung geben, Lernhilfen anbieten und ihnen zeigen, wie sie an die Benefits im Internet kommen können.“ Gleichzeitig fordert er: „Zeitungen und Zeitschriften, Hörfunk und Fernsehen müssten noch stärker kooperieren, neue Geschäftsmodelle entwickeln und ihre Leser, Zuschauer und Hörer in der Webgesellschaft unterstützen.“

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