Anzeige

Der „Spiegel“ sendet Botschaften an den Baumwall

Der „Spiegel“, das Flaggschiff des deutschen Nachrichten-Journalismus, macht es seinem Mit-Eigentümer Gruner + Jahr mal wieder nicht leicht. In der aktuellen Ausgabe berichtet der „Spiegel“ unter der Überschrift „Kulturschock am Baumwall“ über die Hau-Ruck-Sparmaßnahmen bei Gruner. G+J will seine Wirtschaftspresse am Standort Hamburg konzentrieren und schmeißt dafür erstmal die komplette Belegschaft der Magazin-Redaktionen in Köln […]

Anzeige

Der „Spiegel“, das Flaggschiff des deutschen Nachrichten-Journalismus, macht es seinem Mit-Eigentümer Gruner + Jahr mal wieder nicht leicht. In der aktuellen Ausgabe berichtet der „Spiegel“ unter der Überschrift „Kulturschock am Baumwall“ über die Hau-Ruck-Sparmaßnahmen bei Gruner. G+J will seine Wirtschaftspresse am Standort Hamburg konzentrieren und schmeißt dafür erstmal die komplette Belegschaft der Magazin-Redaktionen in Köln und München raus.

Beim „Spiegel“, so ist nach der Lektüre des Artikels klar, übt man sich in überhaupt keiner Zurückhaltung gegenüber dem Mit-Eigentümer. „Stern“-Redakteure hätten dem G+J-Zeitschriftenvorstand Liegestühle vors Büro kippen wollen, ist da zu lesen. Aus Wut über dessen Äußerung, man müsse den Leuten in stürmischen Zeiten „auf dem Sonnendeck Drinks und Liegestühle wegnehmen.“ Ein reichlich verunglücktes Bonmot, über dass man laut „Spiegel“ auch bei der G+J-Mutter Bertelsmann nicht amüsiert ist.

Der „Spiegel“ berichtet also, wie es sich gehört, ohne Scheu auch über seinen Mit-Eigentümer Gruner + Jahr. Das kann man normal finden oder auch ein kleines Bisschen bemerkenswert. Denn nach dem endlosen Personal-Hick-Hack um den unglücklichen und mittlerweile demissionierten „Spiegel“-Geschäftsführer Mario Frank und den von G+J betriebenen aber von der Mitarbeiter KG des „Spiegel“ verhinderten Ankauf von 50 Prozent an der „Financial Times Deutschland“, ist das Verhältnis zwischen dem „Spiegel“-Mehrheitsgesellschafter Mitarbeiter KG und dem „Spiegel“-Minderheitsgesellschafter G+J zumindest gespannt, einige würden womöglich sogar sagen: zerrüttet.

Dass der „Spiegel“ die aktuellen Probleme von G+J so prominent ins Blatt hebt, kann also durchaus auch als Botschaft verstanden werden. In der Vorstandsetage von Gruner + Jahr dürfte sie angekommen sein.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige