Springer bekräftigt ProSiebenSat.1-Interesse

Der Verlagskonzern Axel Springer ist trotz bisheriger Untersagung durch das Kartellamt weiterhin am Kauf der TV-Senderkette ProSiebenSat.1 interessiert. Auf einer Branchenkonferenz in Barcelona beantwortete Vorstandschef Matthias Döpfner eine entsprechende Frage mit "vielleicht". Alternativ könnte Axel Springer ein eigenes Geschäft mit Bewegtbildern aufbauen.

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Dass ProSiebenSat.1 inzwischen an die Finanzinvestoren Permiraverkauft wurde, könnte die politische Meinung in Deutschland über eine Übernahme durch Springer verändert haben, so Döpfner laut Reuters. „Das war nicht wirklich zum Nutzen des Unternehmens und des Wettbewerbs in Deutschland und der Position der deutschen Medienlandschaft im internationalen Kontext“, zitiert der Nachrichtendienst den Springer-Chef. Der Aufbau eines eigenen TV-Geschäfts wäre billiger, würde aber länger dauern, so Döpfner. „Die andere Option wäre, das in einem großen Schritt durch den Kauf von ProSiebenSat.1 zu machen oder von Teilen davon, wenn sie verfügbar wären.“ Doch selbst dann stelle sich die Frage des Preises und der Verschuldungsstruktur.

Döpfner bekräftigte laut Reuters auch das Interesse an einer Beteiligung an der britischen Zeitungsgruppe Mecom in Polen. Die Firma von David Montgomery, der auch die „Berliner Zeitung“ gehört, hält 51 Prozent an der drittgrößten polnischen Tageszeitung „Rzeczpospolita“, dem Staat gehören die übrigen 49 Prozent. Springer gibt in Polen die Zeitung „Dziennik“ heraus. „Eine Verbindung von Dziennik und Rzeczpospolita auf verschiedenen Gebieten, etwa im Verkauf, würde sehr viel Sinn machen“, wird Döpfner zitiert. Mecom als Ganzes sei nicht interessant für Springer.

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