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„Manager Magazin“: Voss muss gehen

Paukenschlag beim "Manager Magazin". Wie MEEDIA aus Unternehmenskreisen erfuhr, verlässt Michael Voss, Leiter der Manager Magazin Verlagsgesellschaft, das Hamburger Medienhaus. Und nicht nur das: Auch vier weiteren Mitarbeitern der Führungsebene wurde gekündigt. Über die Motive wird spekuliert: Umsatz und Anzeigenverkauf des renommierten Wirtschaftstitels entwickelten sich im laufenden Jahr deutlich besser als der Markttrend.

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Das Stühlerücken bei den Wirtschaftsmedien geht weiter. Einen Tag nach den überraschend drastischen Kündigungen bei den G+J Wirtschaftsmedien strukturiert offenbar auch das zur Spiegel-Gruppe gehörende „Manager Magazin“ um. Und das auf höchster Ebene: Wie MEEDIA aus Unternehmenskreisen erfuhr, muss  Verlagsleiter Michael Voss nach nur elf Monaten wieder gehen.

Der 39-Jährige hatte die Position erst im Januar dieses Jahres übernommen.  Voss war von Gruner + Jahr gekommen, wo er im vergangenen Jahrzehnt mehrere leitende Funktionen inne hatte – seit 2005 arbeitete er als Geschäftsführer und Chief Financial Officer bei G + J International Publishing in Wien.

Gerüchten zufolge könnte die Entlassung im Zusammenhang mit der Umstrukturierung des Verlags nach der Neubesetzung der Geschäftsführung beim „Spiegel“ stehen. Seit Mitte September ist Ove Saffe neuer Geschäftsführer der Spiegel-Gruppe und Manager Magazin Verlagsgesellschaft. Aus Unternehmenskreisen war zu hören, dass die Stimmung zwischen Verlagsleitung und Redaktion zuletzt gespannt sei. Mit Voss müssen vier weitere Mitarbeiter der Führungsebene des „Manager Magazins“ ihren Hut nehmen – darunter auch Juliane Herlyn, Leiterin „Neue Geschäftsfelder der Manager Magazin Verlagsgesellschaft“.      

Erfolgsbilanz: Das „Manager Magazin“ entwickelte sich 2008 bei Auflage und Anzeigen besser als die Konkurrenz

Rein wirtschaftlich erscheinen die Abgänge nicht nachvollziehbar. Voss kann unter seiner Führung eine mehr als solide bis starke Bilanz im laufenden Jahr vorweisen.  Bei der Auflage konnte sich das „Manager Magazin“ bislang bestens in seinem schwierigen Marktumfeld behaupten: Immerhin 62,6 Prozent der 142.109 im dritten Quartal verkauften Exemplare stammen aus der harten Abo- und Einzelverkaufs-Auflage – am Kiosk verkauft man mit 26.240 Ausgaben deutlich mehr als „Capital“, „Wirtschaftswoche“ & Co. Sowohl bei den Abos, als auch im Einzelverkauf gehörte das dritte Quartal 2008 zu den besten in der „Manager Magazin“-Geschichte.

Im Anzeigengeschäft gingen wie bei der Konkurrenz  im Vergleich zu den Boom-Jahren 1999 – 2001 viele verkaufte Seiten verloren, doch seit 2003 schwankt der Anzeigenumfang vergleichsweise stabil zwischen 900 und 1.000 Seiten. Und: Mit einem Anteil von 45,4 Prozent am Gesamtumfang liegt der Werbe-Anteil des „Manager Magazins“ weit über dem der Konkurrenz.

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