Googles erste echte Pechsträhne

Im September feierte Google seinen 10. Geburtstag: Innerhalb dieses kurzen Zeitraums, legte die Suchmaschine eine unglaubliche Erfolggeschichte und Entwicklung hin, die nur eine Richtung kannte – aufwärts. Doch jetzt häufen sich die Bad News: So scheiterte die Werbe-Kooperation mit Yahoo, der neue Browser Chrome war zwar ein PR-Scoop, findet aber kaum User, ähnlich wie Lively: Nach nur vier Monaten stellt Google den Second Live-Rivalen wegen Erfolglosigkeit wieder ein.

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Das Ende des ehrgeizigen Lively-Projektes soll am 31. Dezember kommen. Dann wird das Virtual Reality-Experiment nach nur fünf Monaten wieder abgestellt. Mit dem 3-D-Tool konnte jede Website zu einer Art Mini-Community aufgerüstet werden, zu einem Chat-Raum im Second Life. Irgendwann, so die Vorstellungen bei Google, sollte Lively der verlängerte Arm von Google Earth werden – und so die reale mit der virtuellen Welt verbinden, in der man Wohnungen direkt betreten könnte.

Der zunächst werbefreie Service sollte langfristig über eingeblendete Werbung finanziert werden. Dazu wird es nicht mehr kommen: Die Erwartungen, die Google mit Lively verknüpfte, haben sich nicht erfüllt. Ende Dezember können die Chat Rooms nicht mehr genutzt werden. Nur logisch, dass das bereits angekündigte Lively-Plug-in für den Google-Browser Chrome auch nicht mehr weiterentwickelt wird.

Überhaupt scheint auch „Chrome“ in der Krise zu stecken. Fast zeitgleich zum zehnjährigen startete Google seinen Angriff auf Microsofts Explorer und Mozillas Firefox. Die Presse feierte das Projekt, doch schnell fanden Blogger erste Sicherheitslücken. Dazu warnten Datenschutz-Experten und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor dem G-Browser. Die Folge: Die Experten des Webanalyseanbieters Webtrekk errechneten jetzt, dass im dritten Quartal 2008 lediglich 0,09 Prozent der Internetnutzer mit Hilfe von Chrome durch das Web surften. Microsofts Internet Explorer 6 und 7 kommt auf einen Marktanteil von 60,1 Prozent. Auf Firefox entfallen 32,53 Prozent und auf Apples Safari-Browser immerhin noch 3,81 Prozent.

Neben den beiden Produkt-Schlappen, hat der Web-Gigant allerdings noch mit zwei weiteren Problemfällen zu kämpfen: Dem peinlichen Scheitern der Werbekooperation mit Yahoo und der Unfähigkeit von YouTube mit seinem riesigen Angebot Geld zu verdienen. Noch immer kostet die Video-Tochter nur Geld. Fast im Wochenrhythmus präsentieren die Entwickler neue Werbe-Innovationen für die Plattform, doch noch ohne großen durchschlagenden Erfolg.

Mit Interesse beobachten die ersten Experten, wie der werbefinanzierte Konkurrent Hulu in den USA immer mehr Marktanteile gewinnt. Und auch in Deutschland ging gerade die erste Hulu-Kopie an den Start: Vor zwei Tagen launchte Microsoft sein neues Angebot MSN.Movies.

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