„Ein trauriger Tag für den Journalismus“

Die einschneidenden Sparmaßnahmen von Gruner + Jahr beschäftigen die Medienbranche: Kaum eine Publikation, die nicht detailliert über Entlassungen, Umzug und Zusammenlegung der Wirtschafts-Redaktionen und die Einstellung des einstigen Vorzeige-Titels "Park Avenue" berichtet. Während einige Blätter, darunter die G+J-Titel, die schlichte Faktenlage zusammenfassen, sehen andere im "Schwarzen Mittwoch" ein negatives Signal.

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Handelsblatt: „Ein trauriger Tag für den Journalismus“

„Dies ist ein trauriger Tag. Oder besser, in aller Deutlichkeit: ein beschissener. … Nun ist es keine neue Erkenntnis, dass die Wirtschaftsmagazine aus dem Hause G+J keine atemberaubenden Erzeugnisse sind. … An dem G+J-Desaster trägt die Redaktion also eine Mitschuld – wie in so vielen Verlagen. Journalisten haben sich nicht erneuert, auch weiterhin erkennen sie nicht, wie wichtig es ist, sich als Person ansprechbar zu machen, den Zeitgeist voll mitzunehmen, statt sich vom Leben draußen vor dem Verlagshaus abzukoppeln.
Doch es ist eben auch Sache von Chefredaktionen und Geschäftsführung, gegenzusteuern. … Deutsche Verlagsmanager … sehen keine verlegerische Verantwortung mehr. Dass Medien eine wichtige Rolle in einer Demokratie spielen – das wird gern mitgenommen, so lang sie Geld bringen. … Das Internet als essentieller Bestandteil von Wirtschaftsinformationen spielt praktisch keine Rolle.

Süddeutsche Zeitung: „Schwarzer Mittwoch“

„Wie schmerzlich diese Maßnahmen seien können, haben … wohl die wenigstens geahnt. Treffen wird es zunächst den Bereich Wirtschaftsmedien. Was Gruner + Jahr an diesem „schwarzen Mittwoch“ verkündete, kann durchaus als radikal bezeichnet werden – und gilt als bisher einmalig in der Geschichte der Bertelsmann-Tochter.
…’Einer der größten Knaller‘ der deutschen Zeitungslandschaft hatten die Macher der FTD übrigens zum Start im Februar 2000 versprochen. Nun, fast neun Jahre später, musste das G+J-Management einen Knaller in eigener Sache verkünden – es sind keine gute Nachrichten.“

FAZ: „Letzter Versuch, die defizitäre FTD zu retten“

„Marktbeobachter erkennen in dem Schritt aber vor allem den letzten Versuch, die defizitäre „Financial Times Deutschland“ zu retten, deren Minus in diesem Jahr acht Millionen Euro betragen soll.“

Die Welt: „Finanzkrise hat die GJ-Wirtschafts-Blätter voll erwischt“

„In Verlagskreisen heißt es, durch die Gemeinschaftsredaktion soll pro Jahr ein hoher siebenstelliger Betrag eingespart werden. Die Finanzkrise hat die Blätter der GJ-Wirtschaftspresse voll erwischt.“

Spiegel Online: „Maßnahmen nicht überraschend“

„Überraschend sind diese Sparmaßnahmen nicht: Vor mehreren Wochen hatte Gruner + Jahr bereits eine mögliche Schließung von Titeln angedeutet.“

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