„Avatar“ sorgt für Quoten-Sensation

Mit ihrer letzten Folge hat sich Zeichentrick-Serie "Avatar" am Dienstag beim kleinen Sender Nick ein Denkmal gesetzt. Bei dem Kanal, der normalwerweise Marktanteile von 1% bei den 14- bis 49-Jährigen holt, katapultierte sich "Avatar" am Vorabend auf sage und schreibe 7,9% und verdrängte damit sogar ARD, ZDF, RTL II und kabel eins auf die Plätze. Traurig für Nick: Weitere Folgen wird es nicht geben, in den USA wurde die Produktion beendet. Dafür sind aber Kinofilme geplant.

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Sagt Ihnen „Avatar – Der Herr der Elemente“ etwas? Wenn Sie ein Kind im Teenie-Alter haben, werden Sie jetzt sicher nicken. „Avatar“ ist eine Zeichentrickserie, die seit 2006 auch in Deutschland – bei Nick – läuft und die am Dienstag mit ihrer letzten neuen Folge zu Ende gegangen ist. Der Name sollte Ihnen aber auch dann etwas sagen, wenn Sie bei einem großen Privatsender arbeiten. Denn: „Avatar“ war in den vergangenen Tagen die absolute Quoten-Sensation, die den großen Sendern am Vorabend wichtige Marktanteile klaute und Nick auf ihrem Sendeplatz sogar bis in die erste TV-Liga geschossen hat. Mit 7,9% bei den 14- bis 49-Jährigen lag „Avatar“ am Dienstag um 19.15 Uhr vor dem Ersten, vor dem ZDF, vor RTL II und vor kabel eins. 750.000 Werberelevante schauten zu. Eine Zahl, von der man bei den genannten Konkurrenten nur träumen konnte. Zum Vergleich: Normal sind für den eigentlichen Kindersender Nick in dieser Zielgruppe Marktanteile von 1,0%.

Insgesamt drei Staffeln gab es von „Avatar“, die 61 Folgen drehten sich um Aang von Katara, einen Zwölfjährigen, der als einziger seiner Generation die vier Elemente Wasser, Erde, Luft und Feuer beherrschen kann. Sein Ziel: Das Gleichgewicht der Welt und der Elemente wieder herzustellen und verhindern, dass die Herrscher des Feuers die Weltherrschaft erringen. Als „Avatar“ Anfang 2006 seine Deutschland-Premiere bei Nick feierte, war der Sender zwar froh, die Serie im Programm zu haben, strahlte die Folgen aber nur sonntagmorgens um 9.30 Uhr aus. Das Potenzial, das die Serie auch außerhalb der Kinderzielgruppe hatte, erkannte man noch nicht. Auf Anhieb erzielte „Avatar“ aber auch bei den 14- bis 49-Jährigen Marktanteile von 2% und mehr. Für den damals noch recht neuen Sender ein großer Erfolg. Im März 2007 gab es mit dem Start der zweiten Staffel dann die Beförderung ins Vorabendprogramm. Auch dort holte „Avatar“ Marktanteile um 2%. Durch die zahlreichen, täglichen, fast penetranten Wiederholungen der Serie fanden sich immer mehr Fans und beim Start der dritten Staffel im April 2008 schoss der Marktanteil auf den Rekordwert von 4,5%. Zur absoluten Sensation wurde die Serie dann in den vergangenen Tagen. Als am 9. November die endgültig letzten Folgen an den Start gingen, begann „Avatar“ mit 6,1% und arbeitete sich am Dienstag schließlich auf das Allzeithoch von 7,9% hinauf.

Besonders bei den 14- bis 19-Jährigen war die Serie ein Straßenfeger. Der Marktanteil in dieser Zielgruppe: sagenhafte 31,7%. Hinzu kommen noch 31,4% der 10- bis 13-jährigen Kinder und 28,4% der 6- bis 9-Jährigen. Aber selbst bei den 30- bis 39-Jährigen zogen 7,2% die Serie den Konkurrenzprogrammen vor. Auch in den USA war „Avatar“, das dort bei Nickelodeon ausgestrahlt wurde, ein großer Erfolg. Das Ende der Serie war also keine Folge von schwachen Quoten, die Geschichte war einfach zu Ende erzählt.

„Avatar“-Fans, die jetzt erst auf den Geschmack gekommen sind, brauchen allerdings nicht zu traurig sein: Der bekannte Hollywood-Regisseur M. Night Shyamalan („The Sixth Sense“, „Unbreakable“, „Signs“, etc.) wurde von Paramount mit einer Umsetzung für die Leinwand beauftragt. Aus den drei Staffeln werden drei Kinofilme, aus den Zeichentrickhelden echte Schauspieler. Derzeit befindet sich der erste „Avatar: The Last Airbender“-Streifen in der Pre-Production, die Dreharbeiten sollen 2009 losgehen und seine Kinopremiere soll er im Juli 2010 feiern.

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