Ex-Tagesschau-Chef verklagt Springer

Der ehemalige Chefredakteur von ARD-Aktuell, Bernhard Wabnitz, verklagt die Axel Springer AG und die Birthler-Behörde. Die Springer-Zeitung "Die Welt" hatte darüber berichtet, dass Wabnitz möglicherweise als IM Junior für die Stasi aktiv gewesen sei. Wabnitz, aktuell Rom-Korrespondent der ARD, bestreitet die Vorwürfe vehement. Die Birthler-Behörde hatte die Stasi-Akte von IM Junior auf Anfrage an die "Welt"-Redaktion herausgegeben.

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In der Akte fand sich der Name Bernhard Wabnitz im Zusammenhang mit IM Junior. Aus der Tatsache, dass wir diese Unterlagen herausgegeben haben, können Sie entnehmen, dass wir unserer Sache sicher sind“, erklärte Marianne Birthler, die Chefin der Behörde. Wabnitz hat laut „Süddeutscher Zeitung“ über seinen Anwalt unterdessen eine Einstweilige Verfügung erwirkt, die es verbietet zu behaupter, er sei ein „Informant des DDR-Geheimdienstes“ gewesen. Außerdem hat er mittlerweile Strafanzeige gegen die Autoren des „Welt“-Artikels und die Verantwortlichen bei der Birthler-Behörde gestellt. Zusätzlich fordert Wabnitz von Springer ein Schmerzensgeld in Höhe von 100.000 Euro, da seine Persönlichkeitsrechte „in besonderem Maße“ verletzt worden seien.

Die Birthler-Behörde prüft im Regelfalls die Herausgabe von Stasi-Akten an Presseorgane sehr genau und gibt solche Akten nur heraus, wenn der Inhalt korrekt ist. Gerichtlich wurden solche Stasi-Akten bisher allerdings nicht als Beweismittel anerkannt. Insofern wäre der Ausgang eines Prozesses Wabnitz gegen Springer und die Birthler-Behörde in der Tat ungewiss.

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