Politiker lässt Wikipedia.de abschalten

Klingt skurril, ist aber nicht lustig: Der Bundestagsabgeordneter Lutz Heilmann (Die Linke) erwirkt eine Einstweiligen Verfügung gegen die Enzyklopädie. Nach der Entscheidung des Landgericht Lübeck wurde seit dem heutigen Samstag die Weiterleitung von Wikipedia.de auf den US-Heimatserver der Enzyklopädie abgestellt. Nutzer, die auf die Seite Wikipedia.de surfen sehen nur noch den Text: „Mit einstweiliger Verfügung […]

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Klingt skurril, ist aber nicht lustig: Der Bundestagsabgeordneter Lutz Heilmann (Die Linke) erwirkt eine Einstweiligen Verfügung gegen die Enzyklopädie.
Nach der Entscheidung des Landgericht Lübeck wurde seit dem heutigen Samstag die Weiterleitung von Wikipedia.de auf den US-Heimatserver der Enzyklopädie abgestellt. Nutzer, die auf die Seite Wikipedia.de surfen sehen nur noch den Text:
„Mit einstweiliger Verfügung des Landgerichts Lübeck vom 13. November 2008, erwirkt durch Lutz Heilmann, MdB (Die Linke), wird es dem Wikimedia Deutschland e.V. untersagt, „die Internetadresse wikipedia.de auf die Internetadresse de.wikipedia.org weiterzuleiten“, solange „unter der Internet-Adresse de.wikipedia.org“ bestimmte Äußerungen über Lutz Heilmann vorgehalten werden. Bis auf Weiteres muss das Angebot auf wikipedia.de in seiner bisherigen Form daher eingestellt werden. Der Wikimedia Deutschland e.V. wird gegen den Beschluss Widerspruch einlegen.“
Die deutschen Inhalte der freien Enzyklopädie sind unter der US-Sub-Domain http://de.wikipedia.org weiterhin zu erreichen.
Heise Online schreibt: „In dem Streit geht es offenbar um in der Wikipedia zitierte Berichte, wonach die Immunität des Abgeordneten im Oktober aufgehoben worden sei.“
Spiegel Online erklärt den Grund für die Aufhebung der Immunität: „Der 42-jährige Heilmann stammt aus dem sächsischen Zittau, ist Jurist und wurde 1986 Mitglied der SED, verließ dann aber 1992 deren Nachfolgepartei PDS, um im Jahr 2000 erneut einzutreten. Im September 2005 zog er für die schleswig-holsteinischen Linken in den Deutschen Bundestag ein. Bereits kurz darauf deckte „der Spiegel“ seine Stasi-Vergangenheit als Personenschützer auf. Heilmann hatte diese Tätigkeit verschwiegen und stattdessen in seinem Lebenslauf nebulös von Wehrdienst gesprochen.“
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