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ZDF verdoppelt Gehalt von Claus Kleber

Er ist das bekannteste Nachrichten-Gesicht des ZDF, und damit Claus Kleber noch lange durch das „heute Journal“ führt, soll er nun einen besser dotierten Vertrag über 600.000 Euro bekommen. Domino-Effekt: Kleber sprengt nun das Gehaltsgefüge, muss Freier Mitarbeiter werden und darf die Redaktion nicht mehr leiten. Deshalb muss das ZDF auf der heutigen Sitzung des Verwaltungsrats einen neuen Redaktionsleiter küren. Kandidat laut Focus.de: Korrespondent Luc Walpot.

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Die mögliche Personal-Rochade im Detail: „Frontal21“-Moderator Theo Knoll könnte neuer Hauptredaktionsleiter Ausland werden. Der bisherige Ressortleiter, Dietmar Ossenberg, würde dann in seinen Job als Kairo-Korrespondent zurückkehren und dessen Nachfolger in Ägypten, Luc Walpot, würde in Mainz die Leitung der „heute Journal“-Redaktion übernehmen. Weitere Kandidaten sind Thomas Fuhrmann, derzeit verantwortlich für „Das aktuelle Sportstudio“ und der „heute Journal“-Autor Matthias Andrich.

Verantwortlich für das Stühlerücken ist der neue Vertrag, den Anchorman Claus Kleber bekommen soll. Kolportierte Gage: 600.000 Euro. Pikant dabei: Mit einem Gehalt in dieser Größenordnung würde der smarte Moderator deutlich mehr verdienen als sein Chef, ZDF-Intendant Markus Schächter (Jahresgehalt laut Branchenkennern um 250.000 Euro). Das öffentlich-rechtliche Traumgehalt für Kleber setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Zum einen macht das ZDF sein Star-Nachrichten-Gesicht nun auch finanziell zur Nummer eins, zum anderem ist das Angebot auch das versprochene Dankeschön dafür, dass Kleber Ende 2007 auf den Posten des „Spiegel“-Chefredakteurs verzichtete. Der TV-Journalist sollte beim Hamburger Nachrichtenmagazin die Nachfolge von Stefan Aust antreten. Damals schon versprach man dem 53-Jährige die Aufbesserung seines Vertrages.
Neben dem Gehaltssprung soll der neue Vertrag laut Focus.de noch weitere Privilegien enthalten. So auch die Zusicherung, in den moderationsfreien Wochen als Auslands-Korrespondent eigene Reportagen produzieren zu dürfen.

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Im Vergleich zu seinen US-Kollegen ist Kleber für das ZDF noch immer eine Billiglösung. Fox News „Anchorman“ Bill O’Reilly verdient zehn Millionen Dollar per annum, genauso wie seine NBC- und ABC-Kollegen Brian Williams und Charlie Gibson. Top-Verdiener im US-News-Business ist allerdings eine Frau. Bei ihrem Wechsel von NBC zu CBS handelte Katie Couric einen Traumvertrag mit 15 Millionen Dollar Gage pro Jahr aus.

Eine schnelle Lösung in der heutigen Verwaltungsrats-Sitzung ist unwahrscheinlich. Denn gerade im Bundestags-Wahljahr 2009 ist der Posten des ZDF-Chefredakteurs eine politische Schlüsselposition. Deshalb werden sich vor allen die Parteiprofis in dem Gremium wie Kurt Beck (SPD, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz) oder Roland Koch (CDU, Ministerpräsident von Hessen) keine Blöße geben wollen.

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Alle Kommentare

  1. Skandal.
    1. Kein Angestellter des ZDF sollte mehr verdienen als der die Kanzler/in. Schon gar nicht KK. Regiert werden sollte dem Steuer-/Zwangskopfumlagenzahler prinzipiell mehr wert sein, als informiert werden.
    2. Der ADAC Vorstand ist nach den gefälschten Tests zu recht geschasst worden, nur KK ist nach verfälschtem Politiker-Rankings immer noch beim ZDF dabei.
    3. Wäre er doch bloss zum Spiegel gegangen. Na und?
    Dachte, die öffentlich-rechtlichen stehen für Qualitätsjournalismus, seriöses Journalisten-Handwerk und gute Ausbildung? Für jeden KK oder früher Ulrich Wickart müssten dann doch mindestens zehn gleich Qualifizierte bereit stehen, die man nur noch nicht vors Mikrofon gelassen hat, weil die, die da schon sind, noch einen Tick besser sind bzw. mehr Erfahrung haben… vergleichbar zu den Ersatzbankspielern von Bayern München. Die sind ja auch nicht wirklich schlecht. Wenn die für einen verletzten Stammspieler einspringen, spielt der Verein nicht signifikant weniger erfolgreich.
    4. Die genannten Vergleichsgehälter stammen allesamt von privaten Sendern, die sich bewusst ein Aushängeschild einkaufen, um Werbeeinnahmen zu maximieren. Ein öffentlich rechtlicher Sender, wie zB die BBC ist nicht dabei. Ist doch klar, dass ein privates Unternehmen wie Spiegel oder Bild mehr p.a. zahlt als ein öffentlich-rechtlicher Beamtenladen. Dafür werden Verträge auch schnell wieder gelöst, wenn die Quote nicht stimmt; siehe zB Harald Schmidt. Und Rente ist auch anders.
    5. Die Qualität einer Nachrichtensendung der Grundversorgung sollte durch seriöses Handwerk und ein gutes Netzwerk von Korrespondenten und Redakteuren bestimmt sein. Der Vorleser / Moderator ist zwar der sichtbare aber der geringere Teil der Wertschöpfungskette. Keine Unterhaltungsshow um ein Ausnahmetalente bzw. glücklich geschaffene Markennamen wie (früher) Hans Rosenthal, Rudi Carell, Thomas Gottschalk, Günther Jauch, Stefan Raab, Dieter Hallervorden, Harald Schmidt, u.v.a. mehr.
    6. Das unverhältnismäßig hohe Gehalt bestätigt nur Vorurteile, dass für das ZDF nicht der gesetzliche Informationsauftrag sondern ein Manipulationsinteresse privilegierter Kreise im Vordergrund steht.

  2. Unfassbar, unfassbar! Was soll das sein, was den Kleber so „unbezahlbar“ macht? Stimme allen Vorrednern zu. Es ist vollkommen egal, wer diese Nachrichten vorliest und gestaltet. Neutral wäre gut – siehe Döpfner-Interview auf diesen Seiten. Wenn er das hin bekommt, der Döpfner, dann alle Achtung. Und der Kleber bekommt das neutrale sowieso nicht hin aber das ist ja den Politikern und den ZDF-lern ganz recht so. Die scheren sich einen Dreck um die Gebühren zahlenden deutschen Zuschauer, die nie wirklich konsequent aufmüpfig sind, nie auf die Straße gehen werden sondern jahrzehntelang immer nur rum labern und rum schimpfen. Vor den Deutschen muss kein Politiker und schon gar keiner in öffentlich-rechtlichen Sendern mehr Angst haben. Egal was die tun, der lahme Deutsche nimmt es am Ende hin.

  3. Wenn ich so etwas lese, dann steigt in mir der Zorn! Wer so das Geld der zwangsausgesaugten Bürger aus dem Fenster wird, der gehört von seinen Aufgaben befreit.

    Die zwangsfinanzierten Sender gehören ein für allemal abgeschafft.

  4. Absurd!

    Das ist die Arbeitsleistung des „weinenden Lügenclaus“ doch niemals wert…

    Für 60.000€/Jahr würde man leicht gleichwertigen Ersatz finden. Arbeitslose Journalisten gibt es doch wie Sand am Meer.

    Geht es nicht eher darum, seine jahrzehntelange Treue zur Atlantikbrücke, zu George Soros und den Bilderbergen, auf Kosten des deutschen GEZ-Zwangsgebührenzahlers zu vergolden???

    Aber ein gutes hat die Sache vielleicht: Es werden sich mehr Menschen weigern, GEZ-Zwangsgebühren zu zahlen… „eher gehe ich in den Knast, als dem „weinenden Lügenclaus“ sein Luxus Gehalt zu finanzieren…!

  5. Man sollte ja wohl kaum das Gehalt eines ZDF-Angestellten mit dem Gehalt seiner Kolleginnen in Privatsendern der Vereinigten Staaten von Amerika vergleichen. Der eine bekommt sein Geld aus einer gesetzlich verordneten Zwangsabgabe von allen Bürgern seines Heimatlandes, die anderen aus den Werbeeinnahmen der jeweiligen Sender – grob gesagt.

    1. Statt dessen sollte man ihn vergleichen mit seinen Kollegen in Frankreich, GB oder Spanien, aber das würde ja Recherche bedeuten. Man könnte außerdem in Erfahrung bringen, welche finanziell reizvollen Zusatzeinnahmen dem schneidigen Nachrichtenoffizier sonst winken: Wie seine Reportagen bezahlt werden, was er für außerdienstliche Auftritte verlangt und erhält.

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