Premiere: Jeden Tag fast eine Million Verlust

Auch unter der Beteiligung von Rupert Murdoch fehlen Premiere die guten Nachrichten: Der Bezahlfernsehsender musste für das abgelaufene dritte Quartal die erwartet miserablen Geschäftszahlen vermelden. Nach einem ausgeglichenen Ergebnis im Vorjahreszeitraum wies das Münchner Medienhaus zwischen Juli und September den happigen Verlust von 89 Millionen Euro aus. Auch die Umsätze entwickelten sich rückläufig. Die ohnehin schon angeschlagene Aktie fällt weiter.

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Vom Glanz des Medientycoons noch keine Spur. Auch unter der Beteiligung von Rupert Murdoch, der über sein Medienkonglomerat NewsCorp. 25 Prozent an Premiere hält, kommt der angeschlagene Bezahlfernsehsender nicht aus den roten Zahlen. Im Gegenteil: Nach massivem Abschreibungsbedarf fielen die Verluste im abgelaufenen dritten Quartal größer denn je – und als befürchtet aus.

Die vom Finanzinformationsdienst Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten im Durchschnitt noch mit einem Verlust nach Steuern von 49 Millionen Euro bei Umsätzen von 251 Millionen Euro gerechnet. Tatsächlich summierte sich das Minus der Münchner auf happige 89 Millionen Euro bei Umsätzen von 244,6 Millionen Euro. Die Konsensschätzungen wurden damit sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn deutlich verfehlt.  Zum Vergleich: Im Vergleichszeitraum im Vorjahr hatte Premiere noch das moderate operative Plus von 100.000 Euro bei Umsätzen von 247 Millionen Euro vorweisen können.

Dramatischer Kurssturz: Plötzlich eine Million weniger Abonnenten bei Premiere

Obwohl Aktionäre mit unerfreulichen Nachrichten gerechnet hatten, überrascht doch das Ausmaß des Desasters, das heute vor Handelseröffnung verkündet wurde. Anfang Oktober hatte der von Murdoch neu inthronisierte Vorstandsvorsitzende Mark Williams bereits eingestehen müssen, dass die Abonnentenzahl nach neuen Klassifizierungsstandards deutlich – nämlich um erkleckliche 940.000 Nutzer – geringer ausfalle. Per 30. September konnte der Münchner PayTV-Sender somit nur 2,41 Millionen direkte Abonnenten ausweisen.

Die ohnehin schon angeschlagene Aktie war daraufhin komplett eingebrochen und hatte allein im Oktober in der Spitze noch einmal mehr als 80 Prozent an Wert verloren. Bei aktuell 3,30 Euro notiert das Papier zwar wieder doppelt so hoch wie noch zu Monatsbeginn, doch das dürfte für Aktionäre nur ein schwacher Trost sein: Das Papier war vor 3,5 Jahren für 28 Euro an der Börse gestartet und hatte einst auf einem Allzeithoch bei 33 Euro notiert. Heute ist Aktionären davon gerade einmal ein Zehntel des Wertes geblieben. Nach Vorlage der jüngsten Quartalszahlen schmierte die Aktie um weitere fünf Prozent ab.

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