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Hörbares Aufatmen bei Burda nach dem Salm-Abtritt

Die einen halten Christiane zu Salm für eine toughe und kompetente Medienmanagerin, die verstanden hat, wie Crossmedia funktioniert und neue Erlösmodelle erschlossen werden. Andere halten die ehemalige Chefin von MTV und dem Abzocke-Kanal 9Live für eine, die schnell mit flotten Sprüchen zur Hand ist und weniger mit handfesten Ergebnissen. Bei Burda hinterlässt ihr Engagement als […]

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Die einen halten Christiane zu Salm für eine toughe und kompetente Medienmanagerin, die verstanden hat, wie Crossmedia funktioniert und neue Erlösmodelle erschlossen werden. Andere halten die ehemalige Chefin von MTV und dem Abzocke-Kanal 9Live für eine, die schnell mit flotten Sprüchen zur Hand ist und weniger mit handfesten Ergebnissen. Bei Burda hinterlässt ihr Engagement als Vorstand für Crossmedia nach nur acht Monaten jedenfalls keinen Eindruck. Außer einem deutlich vernehmbaren Aufatmen in zahlreichen Redaktionsfluren. Viele im Haus machen drei Kreuze, dass Frau zu Salm die Segel in der Arabellastraße gestrichen hat.

Die Stimmung gegen die Top-Managerin war offenbar auch an Hubert Burda nicht vorbeigegangen. Der manchmal als weltfremd verspottete Verleger handelte schnell und konsequent und korrigierte damit seine eigene Personalentscheidung. Der Kredit, den Christiane zu Salm beim Verleger genoss, dürfte bereits aufgebraucht gewesen sein, als sie in einem für sie unglücklichen „FAZ“-Interview ausrief: „Die Erlösquelle der Zukunft ist der Verkauf von Inhalten bestimmt nicht.“ Das ist zahlreichen Top-Journalisten im Hause Burda mehr als sauer aufgestoßen, wenn die flott dahersprechende Vorstandsfrau das Kerngeschäftsmodell des Hauses so salopp in Grund und Boden redet.

Dass sie ein ehemaliges Fotostudio zu einem TV-Studio für Web-TV umbauen ließ sorgte für vergleichsweise milden Spott. Von den „Salm Studios“ war die Rede, stets begleitet von leichtem Kopfschütteln. Natürlich mag Frau zu Salm es im Burda-Reich mit seinen vielen Erbhöfen nicht leicht gehabt haben. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie ihr Ansinnen, einen Content-Pool mit Web-Inhalten aller Titel des Hauses zu bilden von den jeweils Verantwortlichen ignoriert wurde. Es gehört aber auch zu den Aufgaben eines Vorstandes, solche Hürden zu überwinden. Ein guter Vorstand weiß, wann Diplomatie gefragt ist, wann die Brechstange und wieviel Sprechblasen man sich leisten kann.

Für den Rückkehrer Philipp Welte kann es nun nicht besser laufen. Seine potenzielle Konkurrentin hat sich selbst ausgeschaltet und er wird als Heilsbringer empfangen. Einige grummeln zwar schon im voraus, weil allgemein erwartet wird, dass Welte mit harter Hand den Konzern zukunftsfit macht. Welte ist gewiss auch nicht bei allen beliebt, seine Kompetenz hat aber noch niemand in Frage gestellt.

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