Bertelsmann rechnet mit Gewinnrückgang

Nun also auch Bertelsmann. Der größte deutsche Medienkonzern muss wegen der Finanzmarktkrise seine Gewinnziele im laufenden Geschäftsjahr reduzieren. Obwohl der Umsatz marginal über dem Vorjahresniveau liegen soll, wird sich der Gewinn rückläufig entwickeln, teilten die Gütersloher heute mit. Und das im schlimmsten Fall sogar zweistellig. Schon bei Vorlage der 9-Monatszahlen muss beim Gewinn ein Minus von zehn Prozent verkraftet werden.

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Letzte Ausfahrt Gewinnreduzierung. Auch vor dem führenden deutschen Medienkonzern Bertelsmann macht die aufkommende Krise an den Finanzmärkten nicht halt. Das macht die heute veröffentlichte Bilanz vor der Eskalation des Börsencrashs deutlich. Bereits bei der Vorlage der 9-Monatszahlen muss Bertelsmann nämlich Federn lassen: So ging das Operating EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) von rund einer Milliarde Euro auf 926 Millionen Euro zurück – ein Minus von 10 Prozent. Auch die Umsätze entwickelten sich mit 11,4 Milliarden Euro leicht rückläufig  (minus 1 Prozent).

So überrascht es nicht, dass die Gütersloher dann auch die Jahresprognose kassieren mussten: Um 5 bis 10 Prozent werde man „vor dem Hintergrund der gedämpften Konjunkturaussichten“ unter dem Vorjahresniveau liegen, hieß es heute bei Vorlage der Geschäftszahlen. Ende August hatte Bertelsmann das Operating EBIT noch auf leicht unter dem Vorjahresniveau taxiert. Die Umsätze sollen sich dagegen weiter leicht über dem Vergleichswert aus 2007 belaufen.  Einen genauen Ausblick auf das vierte Quartal gab das Unternehmen nicht.

Moderate Zuwächse: TV-Tochter RTL kann sich gegen den Abwärtstrend stemmen

Bertelsmann-Finanzvorstand Thomas Rabe sieht sich dennoch für das kommende Geschäftsjahr gut gerüstet. „Bertelsmann ist strategisch gut aufgestellt und finanziell solide, was in der aktuell schwierigen Wirtschaftslage einen Wettbewerbsvorteil darstellt“, glaubt der 42-jährige Manager.

Das dürfte in erster Linie für das TV-Geschäft gelten. So konnte sich die TV-Tochter RTL letzte Woche bei Vorlage ihrer 9-Monatszahlen noch gegen den Trend stemmen und sowohl bei Umsatz- und Gewinn moderate Zuwächse verzeichnen. Anders dagegen die Lage im Verlagsgeschäft, wo die Mehrheitsbeteiligung Gruner + Jahr in den vergangenen Wochen Einschnitte bei Personal und Publikationen ankündigte. Das Buchclubgeschäft der Direct Group war zur Halbjahresbilanz gar in die roten Zahlen gerutscht. Eine detaillierte Bilanz der Geschäftsentwicklung der einzelnen Unternehmensbereiche veröffentlichte Bertelsmann nicht.

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