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Zoomer: Zweite Chance für Holtzbrinck-Portal

Der erste Versuch enttäuschte: Mit Zoomer startet Holtzbrinck vor einem halben Jahr das Experiment mit Hilfe einer neuen Nachrichtenlogik die zeitungsfaule Generationen der 15- bis 30-Jährigen zu erreichen. Jetzt folgt Versuch Nummer zwei. Seit heute ist die komplett überarbeitete Webseite des News-Portals online. Der erste Eindruck: Der Seiten-Kopf ist chaotisch, aber die restliche Homepage aufgeräumter. Dazu setzt Zoomer noch konsequenter auf sein größtes Kapital: die Nutzerbeteiligung.

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Beim ersten Blick auf die neue Seite, droht gleich der erste Schreck. Der Kopf der Homepage scheint nur aus Schaltflächen zu bestehen und zusätzlich tyrannisiert darunter eine blinkende Bannerwerbung das Auge des Betrachters. Surfer, die diese Einstiegshürde gemeistert haben, werden mit einem durchaus gelungen Relaunch belohnt: Die Homepage ist nun zweispaltig und wirkt weit mehr wie ein erwachsenes Nachrichtenportal. Denn alle Themen ordnen sich endlich in der gewohnten Nachrichtenlogik untereinander – von oben nach unten – angeordnet.

Dazu geben die Berliner ihr zweites – bislang umstrittenes – Alleinstellungsmerkmal auf:  Den Verzicht auf Ressorts. Ab heute sortiert die Zoomer-Redaktion ihre Geschichten auch thematisch . Auf Wunsch können die Nutzer die Startseite so konfigurieren, dass sie nur Storys aus einem Themengebiet präsentiert bekommen. Unterteilt ist die Seite in die Rubriken „News, Politik, Wirtschaft“, „Sport“, „Dein Leben“, „Web und Wissen“ und „Unterhaltung“.

Dritte Änderung: Die Nutzer rücken noch stärker in den Vordergrund. Direkt auf der Startseite steht jetzt neben jeder redaktioneller Meldung gleichberechtigt noch ein ausgewählter User-Kommentar zum Thema. Die rege Beteiligung der Leser gehört bislang zu den großen Pluspunkten des Portals. Im MEEDIA-Interview verriet Chefredakteur Frank Syré. „Wir haben seit dem Launch über 40.000 Kommentare von insgesamt 15.000 Usern bekommen. Darunter sind 3000 Nutzer, die einmal im Monat mindestens einmal kommentieren.“

Die Gesamt-Performance von Zoomer enttäuschte bislang. Nach Untersuchungen der IVW erreichte die Seite im September 4,3 Millionen Visits und 7,9 Millionen Klicks.

Als Zoomer im Februar 2008 startet, sorgte vor allem eine Personalie für viel Wirbel. Dem Holtzbrinck-Ableger war es gelungen Ulrich Wickert als Herausgeber und Video-Kommentator zu gewinnen. Doch in den vergangen Wochen, wurde es sehr ruhig um das Zoomer-Engagement des ehemaligen Tagesthemen-Sprechers. So ist auch die Rolle des Herausgebers beim Relaunch des Portals noch unklar.

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