McDonalds: Die Krise erreicht die Kaffeetasse

Das Konzept klang gut: Mit exklusiv gestalteten McCafés wollte McDonalds ins Lifestyle-Segment vordringen, das Kaffeeröster wie Starbucks seit Jahren so erfolgreich für sich besetzt haben. Doch die Expansion der Kaffeebohne scheint an ihre Grenzen zu stoßen: Die geplanten McCafés kommen in den USA weitaus langsamer in die Restaurants als ursprünglich geplant. Schuld daran ist die Kreditkrise, die den Umbau der Franchise-Filialen deutlich erschwert.

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Nun wird es bitter: Der Börsencrash trifft nicht nur Aktionäre an ihrem empfindlichsten Punkt – auch die Restbevölkerung wird nun immer mehr von den Folgen der Finanzmarktkrise betroffen. „Der Börsencrash: Gefahr für alle“, titelte der „Focus“ schließlich nicht umsonst am gestrigen Montag: Erspartes, Arbeitsplätze – und nun auch noch die kleinen Freuden des Lebens.

Das zumindest könnte bald bei den immer beliebteren Kaffesorten im schicken Lifestyle-Umfeld der Fall sein. Seit Jahren erfreuten sich Starbucks, Balzac und andere Premium-Kaffeehäuser steigender Beliebtheit bei einer Klientel, der die Premium-Preise von 3, 4 oder gar 5 Dollar / Euro pro Latte Macchiato  in Premium-Zeiten egal zu sein schienen.

Nur 3000 von 14.000 McDonalds-Restaurants schon McCafés

Doch in Zeiten der Rezession dürfte sich dieses Trinkverhalten ändern, wie zuletzt auch bereits der starke Einbruch beim Marktführer Starbucks dokumentiert. Auch die weltweit größte Fastfood-Kette McDonalds, die sich mit ihrem erweiterten Kaffee- und Kaltgetränkeangebot dem Trend nähern wollte, spürt nun die Zeichen der Zeit.

Der Umbau der McDonalds-Restaurants mit stylisch eingerichteten McCafés, in denen Cappuccinos, Smoothies oder Frappés angeboten werden können, läuft offenkundig weitaus schleppender als gewünscht. Lediglich 3000 der 14.000 Restaurants in den USA bieten inzwischen die McCafé-Produktpalette an. Ursprünglich wollte das Dow Jones-Mitglied bis Ende nächsten Jahres jedes Restaurant umbauen.

„Ziemlich schwer, im Moment mit einem Premium-Produkt auf den Markt zu kommen“

In Zeiten der Finanzkrise, die längst zur Kreditkrise herangewachsen ist, dürfte daraus vermutlich jedoch nichts werden. Die Finanzierung von geschätzten 100.000 Dollar pro Franchise-Filiale fällt nämlich immer schwerer;  McDonalds bezuschusst das Konzept nämlich nur.

„Im Moment ist  es ziemlich schwer, mit einem Premium-Produkt auf den Markt zu kommen“, gab sich Restaurant-Analyst Larry Miller von RBC Capital gegenüber dem „Wall Street Journal“ skeptisch. McDonalds selbst hat noch keinen Grund zur Klage: Erst in der vergangenen Woche konnte die Burger-Kette erneut ein zweistelliges Gewinnwachstum  verkünden – nicht zuletzt dank  krisenresistenten Burgern ab 99 Cent.

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