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Rassismus-Eklat bei ORF-Obama-Sendung

Ausgerechnet ein ehemaliger ORF-Chefredakteur hat bei der US-Wahlberichterstattung des österreichischen Staatsfernsehens für einen beispiellosen Eklat gesorgt. Bei der Diskussion zu "Amerika hat gewählt" erklärte Klaus Emmerich, er wolle sich "in der westlichen Welt nicht von einem Schwarzen dirigieren lassen" und wertete die Wahl Obamas als "Rückzug des weißen Amerikas". Der ORF distanzierte sich zwar, steht nun aber in der Kritik, weil er Emmerich kein Sender-Verbot erteilte.

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Der 80-jährige Emmerich ist einer der prominentesten TV-Journalisten Österreichs und galt bislang als ausgewiesener US-Experte. In der Diskussion nach der Wahlnacht fiel er jedoch schnell mit rassistischen Stammeleien auf. MEEDIA dokumentiert die Aussagen im O-Ton:
– „Ich halte die Amerikaner nach wie vor für Rassisten und es muss ihnen schon sehr schlecht gehen, dass sie so eindrucksvoll – das muss man ja sagen – ist auch keine Frage – einen Schwarzen mit einer Schwarzen sehr gut aussehenden gscheiten Frau ins Weiße Haus schicken.“
– „Ich bin mal neugierig, wie das weiße Amerika reagiert. Das wäre ungefähr so wie wenn wir den nächsten – wie wenn der nächste Bundeskanzler ein Türke wäre in Österreich – das schau ich mir an.“
– „Das weiße Amerika, vielleicht ist das ein Rückzug. Vielleicht erleben wir jetzt einen Umbruch. Die alte Gesellschaftsordnung hat basiert auf weiße Gesellschaft mit Sklaven, also Leute hereinholen, wenn sie es haben wollen. Jetzt sind die Amerikaner vielleicht sich selbst überlassen.“
– „Ich möchte mich nicht von einem Schwarzen in der westlichen Welt dirigieren lassen. Wenn sie sagen, des ist eine rassistische Bemerkung: richtig, ist gar keine Frage. Sind wir in unserer Gesellschaftsverfassung in der Lage, einen so hochbegabten Mann, der ein Zeichen trägt, was für ein Zeichen immer, zu verdauen, nämlich wir in Europa. Da habe ich große Zweifel.“

Der ORF distanzierte sich nach den Entgleisungen seines ehemaligen Chefredakteurs und USA-Korrespondenten von Emmerich. Ein Sprecher erklärte, man werde ihn zu Wahldiskussionen nicht mehr einladen. Den einzelnen ORF-Redaktionen bleibe es aber überlassen, selbst zu entscheiden, ob sie mit Emmerich zusammenarbeiten wollten. Ein generelles Senderverbot werde es nicht geben. Wegen dieser Entscheidung steht der Sender nun in der Kritik.

Klaus Emmerich selbst sieht keine Veranlassung, sich für seine Äußerungen zu entschuldigen. Gegenüber der Tageszeitung „Der Standard“ sagte er, die Wahl Obamas sei eine „äußerst beunruhigende Entwicklung“. Als Grund führte er an, „die Schwarzen“ seien iin ihrer politisch-zivilisatorischen Entwicklung noch nicht so weit“.

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