US-Medien freuen sich über Obama-Manie

Ausverkaufte Tageszeitungen, Traffic-Rekorde im Netz und historische Einschaltquoten: Die Wahl Barack Obamas macht die US-Medien glücklich. Die Menschen saugten alle Informationen zur Wahl auf und kauften Zeitungen des historischen Tages als Souvenir. Zu den größten Siegern gehörten dabei Chicagos Tageszeitungen und der TV-Sender CNN, der im Fernsehen in der ersten Liga mitspielte und im Netz das Fünffache der normalen Besucherzahlen registrierte.

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„Print’s Not Dead“ titelt Khoi Vinh, Design Director der „New York Times“-Website in seinem privaten Blog und zeigt das Foto einer Menschenschlange vor einem Zeitungskiosk. Millionen wollten sich am Tag nach der historischen Wahl Barack Obamas eine Tageszeitung als Souvenir sichern. Nicht nur in New York, wo die „New York Times“ 50.000 Exemplare nachdruckte, gab es einen lang nicht mehr gesehenen Run auf Print-Produkte, auch die „Washington Post“, die „Los Angeles Times“ und viele andere Blätter druckten mehr Zeitungen und im Laufe des Tages noch einmal nach. In Obamas Heimat Chicago druckte die „Chicago Sun-Times“ doppelt so viele Zeitungen wie an einem normalen Mittwoch – und selbst das reichte nicht aus.

Auch im Internet sorgte die Obama-Euphorie für Rekorde. CNN.com verzeichnete am Mittwoch 27 Mio. Unique Visitors – normal sind dort 5 Mio. pro Tag. Anstatt 35 Mio. Seitenabrufe gab es 276 Mio. Technik-Dienstleister Akamai, der Tausende Websites hostet, berichtet von 8,5 Mio. Visitors pro Minute – auch das ein neuer Rekord.

Schließlich das Fernsehen, das mit seinen Live-Übertragungen immer noch das Medium Nummer 1 bei solchen Events bleibt. James Hibberd hat in seinem „Hollywood Reporter“-Blog „the live feed“ die Zuschauerzahlen zusammengefasst. Demnach sahen im Durchschnitt 71,5 Mio. Amerikaner die Wahl-Berichterstattung. Zum Vergleich: 2000 waren es 61,6 Mio., 2004 saßen 59,2 Mio. vor den Fernsehern – und das, obwohl es bei den beiden Wahlen wesentlich spannender zuging. Quotensieger war dabei ABC mit 13,14 Mio., direkt dahinter folgt aber schon CNN mit 12,30 Mio. NBC und CBS wurden von dem Nachrichtensender ebenso geschlagen wie der direkte konservative Konkurrent Fox News, den 9,04 Mio. einschalteten. Auch Comedy Centrals „Indecision 2008“-Live-Special mit Jon Stewart und Stephen Colbert erreichte mit 3,1 Mio. Zuschauern einen neuen historischen Bestwert.

Rekord-Auflagen, Monsterklickzahlen und einzigartige Einschaltquoten – in Krisenzeiten wohltuende Nachrichten für die US-amerikanischen Medien.

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