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Selbst Batman kann TimeWarner nicht retten

Manchmal reicht selbst die Hilfe eines dunklen Ritters nicht aus, um unbeschadet durch die Krise zu kommen. Das zumindest offenbart das dritte Quartal 2008 des Medienkonzerns TimeWarner. Zwar konnte im schwierigen Umfeld ein solides Ergebnis erzielt werden. Der Ausblick für das Gesamtjahr fiel jedoch schwach aus: TimeWarner musste die Umsatz- und Gewinn-Prognose zurücknehmen. Damit steht fest: Auch Amerikas größten Medienkonzern hat die Krise voll erwischt.

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Die Rettung schien im Vorwege zu kommen.  Am 17. Juli debütierte der „Dark Knight“ in den Kinosälen der USA, eine Woche später erreichte das  Batman-Epos auch die Bundesrepublik. Der Erfolg war mit Einnahmen von mehr als 500 Millionen Dollar allein in den USA furios – und äußerst hilfreich. Zwei Monate später sollte die Krise an den Aktienmärkten zum veritablen Börsenbeben heranschwellen, das gerade die Medienbranche besonders hart traf. Innerhalb von sechs Wochen seit Anfang September halbierte sich so etwa der Aktienkurs von TimeWarner.

Dabei sind fundamental noch keine nennenswerten Verschlechterungen zu verzeichnen, die den Absturz rechtfertigen sollten. Der Nettogewinn fiel lediglich um weniger als zwei Prozent zurück – von 1,09 auf 1,07 Milliarden Dollar. Der Umsatz entwickelte sich mit 11,7 Milliarden Dollar dagegen nahezu unverändert und lag damit im Rahmen der Analystenschätzungen.

Erfolge in der TV- und Kabelsparte, Rückgänge im Internet

Besonders erfreulich entwickelte sich vor allem das TV-Geschäft (CNN, HBO), das im Zuge gestiegener Werbeeinnahmen höhere Erlöse von 7 Prozent und gestiegene Gewinne von 21 Prozent verbuchen konnte. Auch die Kabelsparte legte zu: Bei Umsätzen von 4,3 Milliarden Dollar erwirtschaftete TimeWarner Cable 301 Millionen Dollar – das entsprach einem Anstieg des Nettogewinns um 22 Prozent. Der Umsatz legte um 9 Prozent zu.
Im Filmgeschäft (Warner Brothers) konnte trotz des Welterfolges von Batman und des DVD-Verkaufstarts von „Sex and the City – the Movie“ nur ein bescheidener Gewinnanstieg von drei Prozent verzeichnet werden. Die Umsätze gingen dagegen um neun Prozent zurück.

Ausblick kassiert, Aktie unter Druck

Deutlich unerfreulicher ist dagegen die Entwicklung in der notorisch kriselnden Internetsparte. Die Umsätze bei AOL brachen um 17 Prozent auf 1 Milliarde Dollar ein, während die Gewinne um 9 Prozent auf 268 Millionen Dollar zurückgingen.  Zusätzliche Belastungen von 100 Millionen Dollar durch Restrukturierungsmaßnahmen kommen im laufenden Jahr noch im Verlagsgeschäft hinzu. Nach massiven Einbußen im Werbegeschäft hatte sich der US-Medienkonzern zu Kündigungen bei Titeln wie  ‚Time‘, ‚Fortune‘ und ‚People‘ entschlossen.

Die Folgen dürften bereits im laufenden Quartal zu spüren sein. So kassierte CEO Jeff Bewkes die bisherige Jahresprognose.  Statt des bislang erwarteten Jahresgewinns von 1,07 bis 1,11 Dollar je Aktie rechnet das New Yorker Medienkonglomerat nunmehr nur noch mit Erträgen von 1,04 bis 1,06 Dollar je Anteilsschein. Obwohl die Anpassung eher marginal und nicht wirklich überraschend ausfiel, straften Börsianer die Aktie im gestrigen Handelsverlauf abermals mit einem Minus von 6 Prozent ab.

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