Murdoch & Co: Viele Milliarden verbrannt

Der Aufprall war hart: Um in der Spitze fast ein Drittel fielen die Aktienmärkte im Zuge des dramatischen Börsencrashs rund um den Globus zurück. Seit Anfang des Jahres haben sich viele Aktien sogar halbiert. Naturgemäß ging der Kurssturz auch nicht an den größten Anteilseignern der Medien- und Internetfirmen vorbei. Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page, Jeff Bezos, Larry Ellison, Steve Ballmer und Rupert Murdoch mussten Milliarden-Verluste verkraften...

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„Als der Crash kam, waren nicht alle Märkte gleich“, lautet eines der meistzitierten Börsen-Bonmots aller Zeiten. Was für die Indizes gilt, trifft erst recht für einzelne Aktien zu. Während etwa die Nasdaq, die bedeutendste Technologiebörse der Welt, seit Anfang des Jahres um 35 Prozent hinten liegt, hat es manche Schwergewichte wie Apple, Google oder Research in Motion mit Kursverlusten zwischen 45 und 55 Prozent ungleich härter getroffen.  

Entsprechend gebeutelt sind auch die Großaktionäre der führenden Medien, Technologie- und Internetunternehmen. Je nach Größe ihrer Anteile haben die CEOs und Gründer der Googles und Microsofts im Börsencrash enorme Verluste erlitten.
Wie hoch die Verluste seit Jahresbeginn ausgefallen sind, hat das Wall Street Journal unlängst aufgelistet. MEEDIA hat für den Crash-Zeitraum von September bis Oktober nachgerechnet:

Larry Ellison (Oracle): – 6 Milliarden Dollar im Börsencrash* (– 6,1 Milliarden Dollar 2008)
 

Auch ein Alpha-Manager wie Larry Ellison, über den bereits Biographien mit Titeln wie „The Difference Between God and Larry Ellison“ veröffentlicht wurden, muss mal einstecken. Obwohl sein Software-Unternehmen Oracle mit einem Minus von nicht einmal 20 Prozent erstaunlich unbeschadet durch den Börsencrash kam, rannen dem Firmengründer als bei weitem größten Anteilseigner die Milliarden nur so durch die Finger. In den Crash-Monaten September und Oktober verlor Ellisons Vermögen 6 Milliarden Dollar an Wert. Doch keine Sorge: Es bleiben noch 27 Milliarden Dollar…

 
Sergey Brin und Larry Page (Google): je – 3,6 Milliarden Dollar im Börsencrash (– 12 Milliarden 2008) 
Harte Zeiten für die Google-Gründer: Obwohl die Internetsuchmaschine der Finanzmarktkrise, der kommenden Rezession und der drohenden Krise auf dem Werbemarkt bislang trotzen konnte, wurde die Aktie an den Märkten hart abgestraft. Das Papier hat sich in den ersten zehn Monaten des Jahres fast halbiert: Von knapp 700 ging es auf nur noch 350 Dollar herunter . Das wirkt sich entsprechend auf die Großaktionäre aus. Allein im September und Oktober verloren Larry Page und Sergey Brin zusammen fast 7 Milliarden Dollar – seit Januar sind es fast 25 Milliarden. Dennoch: Den smarten Google-Guys dürfte das Geld nicht so schnell ausgehen. Es bleiben immer noch rund 12 Milliarden Dollar – pro Nase.  
 


Jeff Bezos (Amazon): –3,2 Milliarden Dollar im Börsencrash (–3,7 Milliarden seit Jahresanfang) 

Auch Buchversender Amazon hat von der Krise bislang wenig mitbekommen. Umsätze und Gewinne wachsen weiter zweistellig, was die Börse mit Premium-Aufschlägen bewertete. Bis zu den letzten Quartalszahlen, als CEO Jeff Bezos vor einem schwächeren Weihnachtsquartal warnte. Die Aktie brach drastisch ein, fing sich zum Monatsende aber wieder. Dennoch bleibt ein tiefes Minus in der Jahresbilanz der Amazon-Aktie, das Firmengründer Jeff Bezos teuer zu stehen kommt. Der Herbst-Crash bis Ende Oktober kostet den ehemaligen Hedgefonds-Manager 3,7 Milliarden Dollar. Dennoch bleibt Bezos ein Vermögen von  knapp 7 Milliarden Dollar. 


Steve Ballmer (Microsoft): –2,6 Milliarden Dollar im Börsencrash (5,1 Milliarden seit Jahresanfang )

Noch immer ist Microsoft das bei weitem höchst bewertete Software-Unternehmen der Welt. Doch auch bis nach Redmond waren die Einschläge des härtesten Einbruchs an den Börsen seit 21 Jahren zu spüren. Während die Microsoft-Aktie bis Ende Oktober um fast 38 Prozent an Wert verlor, büßte CEO Steve Ballmer 2008 bislang mehr als 5 Milliarden Dollar seines Vermögens ein – davon die Hälfte allein in den letzten acht Wochen. Der cholerische Microsoft-Vorstand dürfte es verschmerzen können: Ihm bleiben rund 12 Milliarden Dollar.


Rupert Murdoch (Newscorp.)
: –1,5 Milliarden Dollar im Börsencrash (–3,5 Milliarden seit Jahresanfang )
Schwere Zeiten auch für den Medientycoon Rupert Murdoch. Der knorrige 77-Jährige musste zusehen, wie die aufkommende Medienkrise erste Spuren in der Unternehmensbilanz hinterließ. Die Märkte bleiben weiter skeptisch und haben die Aktie auf eine anhaltende Talfahrt geschickt, die fast die Hälfte des Marktwertes geschluckt hat. Folge: Der Australier musste zusehen, wie die Finanzmarktkrise ein Gutteil seines Vermögens verschlang. Nach Einbußen von 3,5 Milliarden Dollar seit Jahresbeginn bleiben dem Newscorp.-Besitzer noch 5 Milliarden Dollar.

*Dem Börsencrash liegen die beiden Monate September und Oktober zugrunde

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