Gut gemacht G+J

Selbst kleine Schritte führen zum Ziel und deshalb muss man Gruner + Jahr auch einmal loben. Gestern gab der Hamburger Verlag bekannt, in den Shopping-Club BuyVIP investiert zu haben. Auf Nachfrage verriet die Presseabteilung: „Es handelt sich um eine Minderheitsbeteiligung“. Also nur ein kleines Investment, das aber bereits der zweite Schritt in eine neue strategische […]

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Selbst kleine Schritte führen zum Ziel und deshalb muss man Gruner + Jahr auch einmal loben. Gestern gab der Hamburger Verlag bekannt, in den Shopping-Club BuyVIP investiert zu haben. Auf Nachfrage verriet die Presseabteilung: „Es handelt sich um eine Minderheitsbeteiligung“. Also nur ein kleines Investment, das aber bereits der zweite Schritt in eine neue strategische Richtung ist.

Bis vor kurzem galt bei fast allen Online-Aktivitäten die von Verlags-Chef Bernd Kundrun ausgegebene Maxime des „Expand your brand“. (Ausnahme war der Kauf von Chefkoch.de). Gruner + Jahr wollte lediglich die eigenen starken Print-Marken wie „Stern“, „Brigitte“ oder „Geo“ ins Web transformieren, aber keine neuen reinen Online-Brands aufbauen oder dazukaufen. Ein Konzept, das man jedoch nur als halbwegs gelungen bezeichnen muss.

Nun die Wende: Die Hamburger investieren auch in externe Angebote. Den Anfang machte die polnische Jugend-Community ePuls.pl. Ein gutes Investment. Polen ist ein Wachstumsmarkt, und das gekaufte Netzwerk ist solide und hat eine starke Marktposition. Der zweite Schritt ist nun die Beteiligung an BuyVIP. Kritiker mögen sagen, ein so kleines Investment sei mutlos – gerade in Anbetracht der Tatsache, dass die G+J-Mutter Bertelsmann sich bereits an dem Shopping-Club beteiligte – aber:

Aus drei Gründen war es richtig von Gruner + Jahr, sich an der Web-Company zu beteiligen.

  1. Der Verlag setzt das richtige strategische Zeichen. Die Beteiligung signalisiert: Seht her, wir gehen jetzt endlich offensiv in den Online-Markt.
  2. Shopping-Communitys sind ein Wachstumsmarkt, und BuyVIP gehört nach Brand4Friends zu den deutschen Top-Playern.
  3. Investitionen in Shopping-Angebote haben den Vorteil, dass vom ersten Tag an Umsätze erzielt werden. Die Portale sind nicht abhängig vom Werbemarkt. Burda steckt seit Jahren sein Geld am liebsten in Web-Unternehmungen mit einem gewissen Einkaufs-Appeal. Aus kaufmännischer und strategischer Sicht die richtige Entscheidung.
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