Obama-TV: Showdown der Alpha-Reporter

In der Nacht zum Mittwoch wird in den USA gewählt. Am Sieg des demokratischen Kandidaten Barrack Obama gibt es kaum Zweifel. Während die US-Medien schon seit über einem Jahr Unsummen für die Rundum-Berichterstattung investieren, springen die deutschen Sender heute Nacht auf den Obama-Express auf. MEEDIA hat das Programm der wichtigsten Sender unter Lupe genommen und stellt die Highlights der Wahlnacht vor. Vor allem RTL und ZDF bieten Hochkarätiges auf.

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Den Auftakt zum Wahl-Marathon macht ein Sender, den nicht jeder sofort auf der Rechnung hat: Der Dokukanal Phoenix sendet ganz im Stil von Fernsehheld Jack Bauer über 24 Stunden zur Lage der US-Nation. Aus den USA berichten Phoenix-Reporter über die aktuellen Entscheidungen, während in der Bonner Sendezentrale USA-Experten die Ergebnisse für die Zuschauer einordnen sollen. Für alle, denen das nicht genug ist, ergänzen zahlreiche Dokumentationen die Live-Berichterstattung.

Ab 14.45 Uhr blickt der Ereignis- und Dokumentationskanal zunächst zurück auf die Wahlkämpfe und die Präsidenten vergangener Jahrzehnte, angefangen von John F. Kennedy bis hin zu George W. Bush. Ab Mitternacht übernimmt der Sender in Ausschnitten das Programm des US-Senders MSNBC. Die Reporter Michael Kolz und Martin Richter fangen die Stimmung in den Hauptquartieren der Republikaner in Phoenix/Arizona und der Demokraten in Chicago ein und informieren über die jüngsten Entwicklungen.

Wahlnacht mit Prominenz

Die ARD sendet unter dem Motto „Amerika wählt – Obama oder McCain?“ in der Nacht zu Mittwoch ebenfalls live aus der USA. Das Erste berichtet allerdings erst ab 22.45 Uhr bis 9.00 Uhr morgens. Die Hochrechnungen und aktuelle Statistiken wird WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn präsentieren und einordnen, ARD-Korrespondenten berichten live aus allen Teilen des Landes. Ergänzt wird die Sendung durch Live-Talks mit prominenten Gästen. Durch die Wahlnacht führen Monica Lierhaus in Washington und Sandra Maischberger, die aus New York berichtet. Auch die Gästeliste kann sich sehen lassen: Geladen sind unter anderem Gerd Ruge (Ex-USA-Korrespondent), Oscar-Gewinner und Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck, Otto Schily sowie die deutsche Wall-Street-Ikone Markus Koch.

Auch Sat.1 setzt bei der Berichterstattung auf ihr bestes Pferd im Stall. N24-Nachrichtenchef Peter Limbourg wird als „Anchor on location“ die Sat.1-Nachrichten am Dienstag und Mittwoch um 20.00 Uhr live aus Washington präsentieren.
Auch N24 berichtet in der Wahlnacht von Dienstag auf Mittwoch ab 24 Uhr und gemeinsam mit Sat.1 ab 1.15 Uhr in einer Sondersendung bis 5.30 Uhr von den Wahlergebnissen: Die Sat.1-Nachrichtenmoderatorin Katja Losch und N24-Chefmoderator Alexander Privitera führen aus dem Berliner Studio durch das Ende des teuersten Wahlkampfes der US-Geschichte. Als Sonderkorrespondenten analysieren Dieter Kronzucker und die amerikanische Journalistin Melinda Crane das Geschehen und kommentieren die ersten Hochrechnungen.

Großes Happening in Berlin

Am längsten und aufwändigsten wird, wie zu erwarten, in Berlin gefeiert. Die TV-Sender CNN, RTL und n-tv laden gemeinsam zur großen US-Wahlparty in die Bertelsmann-Repräsentanz. Rund 700 geladene Top-Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft werden am Abend Unter den Linden 1 erwartet. Durch das Programm führt n-tv-Moderator Heiner Bremer. In einer Spezialausgabe seiner Gesprächsrunde „Heiner Bremer – Unter den Linden 1“ wird er live mit den US-Experten John Kornblum, Michael Naumann und Margarita Mathiopoulos über die US-Wahl diskutieren.

CNN meldet sich mit Experten-Einschätzungen aus dem New Yorker Wahlstudio, von den Wahlpartys der Republikaner und Demokraten und aus den entscheidenden „Swing States“. Die Anchormen Peter Kloeppel (RTL) und Christoph Teuner (n-tv) werden im Rahmen der großen Wahl-Sondersendung „Amerika wählt“ von RTL und n-tv (00.30 Uhr bis 6.00 Uhr) immer wieder gemeinsam aus New York zugeschaltet.

Die n-tv-Moderatorin Leo Busch ist währenddessen mit ihrem Team auf der Party unterwegs und greift die Fragen auf, die die Online-Community bewegen. Sobald die ersten Hochrechnungen vorliegen, werden CNN-Korrespondent Frederik Pleitgen und CNN-Reporterin Diana Magnay die Reaktionen darauf einfangen und von der Berliner Party immer wieder ins CNN Live-Programm schalten.

ZDF: Digital zur Wahl

Auch das ZDF behauptet, die größte Wahlparty Deutschlands zu veranstalten: Von 23.45 Uhr bis 7.00 Uhr strahlt das Zweite die „Die Nacht der Entscheidung“ aus. Peter Frey berichtet von der zweiten größten Wahlparty in Deutschland, in diesem Fall organisiert von der Botschaft der Vereinigten Staaten. Ansonsten warten auch hier die üblichen Korrespondenten mit Berichten und Geschichten aus den „Hot Spots“ der US-Wahl.

Interessant dürfte allerdings das neue Programmkonzept als Verknüpfung zwischen Fernsehen und Internet sein: Parallel und verbunden mit der Wahlsendung im Hauptprogramm bietet das ZDF ein weiteres Live-Angebot im Internet an: „Die Nacht im Netz mit Claus Kleber“. Der Anchorman und Leiter des „heute-journals“ beobachtet in der Wahlnacht ganze fünf Stunden – von 1.00 Uhr bis 6.00 Uhr morgens – live die Entwicklung im Web. Die Sendung wird zeitgleich im ZDFinfokanal und auf heute.de ausgestrahlt.

Damit möchte das Zweite die besondere Bedeutung, die das Internet im amerikanischen Wahlkampf hatte, spiegeln. Claus Kleber spricht mit Köpfen der Netzwelt, die den Wahlkampf aus Online-Sicht verfolgt haben, User und Zuschauer sollen dabei mit dem Moderator chatten und direkten Input in die Sendung geben können.

Männer-Talk in der Netzwelt

Kleber kann außerdem auf prominente Unterstützung setzen. An Seite ist unter anderem der Chefredakteur von ZEITonline, Wolfgang Blau, der zur US-Wahl 2004 als freier Journalist für das ZDF aus Amerika gebloggt hat. Zusammen klicken sich die beiden US-Experten durch die mediale Verarbeitung der Ära Bush, diskutieren und vergleichen die deutsche Netzlandschaft mit der amerikanischen. Inhaltliche Impulse der User gehen zudem über Live-Schalten direkt in die ZDF-Hauptwahlsendung in Berlin ein.

Die Frage, die sich jetzt stellt: Wo schalte ich denn jetzt ein? Die kurze Antwort: Völlig egal. Alle Sender scheinen sich bestens auf den Endspurt von Barack Obama und John McCain vorbereitet und weder Kosten noch Mühen gescheut zu haben. Vor allem RTL kann mit CNN durch die sinnvolle Verbindung von deutscher und amerikanischer Sicht auf die Wahlergebnisse punkten. Und ganz egal, ob Obama oder McCain ins Weiße Haus einziehen werden: Die beiden haben es geschafft, einen Großteil unserer Alpha-Journalisten für zwei Tage außer Landes zu befördern.

ARD: „Amerika wählt – Obama oder McCain?“ von 22.45 Uhr bis 9.00 Uhr morgens
ZDF:
„Die Nacht der Entscheidung“von 23.45 Uhr bis 7.00 Uhr morgens
N24:
Ab 24 Uhr, dann ab 1.15 Uhr gemeinsam mit Sat.1 bis 5.30 Uhr
RTL:
Ab 00.30 Uhr „Amerika wählt – die gemeinsame Wahlsendung von RTL und n-tv“
Phoenix:
Ab 14.45 Uhr bis 18.00 Uhr des nächsten Tages

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