Unbekannter Web-Manager wird Ringier-CEO

Selbst in der Schweiz überrascht die Entscheidung von Großaktionär Michael Ringier alle Experten. Christan Unger ist ab Anfang 2009 neuer Vorstandsvorsitzender der Ringier AG, dem größten Verlagshaus der Schweiz. Eine Personalentscheidung, welche die „Süddeutsche“ mit der Überschrift kommentierte: „Mann aus dem Nichts“. Gerd Zitzelsberger beschreibt auf Sueddeutsche.de Ungers-Biografie: „Er startete seine Karriere bei Bertelsmann und […]

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Selbst in der Schweiz überrascht die Entscheidung von Großaktionär Michael Ringier alle Experten. Christan Unger ist ab Anfang 2009 neuer Vorstandsvorsitzender der Ringier AG, dem größten Verlagshaus der Schweiz. Eine Personalentscheidung, welche die „Süddeutsche“ mit der Überschrift kommentierte: „Mann aus dem Nichts“.

Gerd Zitzelsberger beschreibt auf Sueddeutsche.de Ungers-Biografie: „Er startete seine Karriere bei Bertelsmann und erwarb sich dort offenbar Meriten als China-Statthalter. Laut offizieller Biographie wurde Unger 2005 zum „Board Member der Arcandor AG ernannt und war (bis 2007) für alle ausländischen Aktivitäten der Arcandor verantwortlich“. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete seinerzeit nüchtern, Unger habe die internationale Mailorder-Abteilung von KarstadtQuelle (der Vorgänger-Gesellschaft von Arcandor) geleitet. 2007 wechselte Unger dann als Vorstandsvorsitzender zu dem Internet-Unternehmen Tradus.“

Das Blog Journalistenschredder trägt weitere Puzzelteile von Ungers-Lebenslauf zusammen: „Zuletzt ein knappes halbes Jahr verantwortlich für die europäische Internet-Sparte des südafrikanischen Medienkonzerns und Monopolisten Naspers. Davor Chef bei Tradus, zu denen auch Ricardo.ch gehört, die von ebendiesem Verlag aus Südafrika aufgekauft wurden. Eine interessante Lösung.“

Schon jetzt, steht fest: Mit der Ernennung des Internet-Spezialisten wird der Schweizer Verlag noch stärker als bisher auf die elektronischen Medien setzten. Ungers Ernennung ließe sich in Deutschland vielleicht damit vergleichen, dass einer der drei Samwer-Brüder den Chefposten bei Gruner + Jahr oder Springer übernehmen würden.

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