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Mario Franks geheime PR-Trickkiste

Ende November wird der Grundstein zum Neubau für den Spiegel-Verlag gelegt. Einer, der dieses Ereignis gern in erster Reihe zelebriert hätte, wird beim Festakt in der Hamburger Hafencity fehlen: Dr. Mario Frank hat das Haus im Sommer sang- und klanglos verlassen und damit eine in der Branche wohl beispiellose PR-Pannenserie beendet. In seiner Zeit als […]

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Ende November wird der Grundstein zum Neubau für den Spiegel-Verlag gelegt. Einer, der dieses Ereignis gern in erster Reihe zelebriert hätte, wird beim Festakt in der Hamburger Hafencity fehlen: Dr. Mario Frank hat das Haus im Sommer sang- und klanglos verlassen und damit eine in der Branche wohl beispiellose PR-Pannenserie beendet. In seiner Zeit als Geschäftsführer trat er in dermaßen viele Fettnäpfe, dass Verschwörungstheoretiker überzeugt waren, dass genau dies seine eigentliche Mission war.

Der offen ausgetragene Kampf gegen Chefredakteur Stefan Aust, der Frank als „Auftragskiller“ bezeichnete, die unprofessionelle, weil öffentliche Kandidatensuche für die Nachfolge, das Hickhack um die Absage von ZDF-Anchorman Claus Kleber, der gescheiterte Versuch, dem Spiegel 50 Prozent der defizitären „Financial Times Deutschland“ ins Budget zu drücken – die Liste der Oberpeinlichkeiten, die Mario Frank in seiner kurzen Amtszeit beim „Spiegel“ zu verantworten hatte, ist lang.

Umso mehr erstaunt, dass der Mann, dem das PR-Pech an den Händen zu kleben schien, fachkundige Hilfe hatte. Und diese via „Spiegel“ auch teuer bezahlte. 50.000 Euro berechnete der Bielefelder Public Relations-Stratege Reimar Unterlöhner für seine Dienste. Ausgaben für solche Zwecke waren bis dato beim „Spiegel“ unbekannt. Unterlöhner ist bei Insidern kein Unbekannter: In den 80er Jahren gehörte er zum „Think Tank“ der CDU unter Helmut Kohl, war überdies Kommunikationschef von Bertelsmann und Gruner + Jahr.

Dass der Medien-Profi das ramponierte Image seines Auftraggebers aufpolieren sollte, wie einige beim „Spiegel“ mutmaßen, ist sicher nur ein böses Gerücht. Mario Frank gibt sich auf MEEDIA-Anfrage wortkarg: „Dazu will ich keine Auskunft geben.“ Auf der Homepage Unterloehner.com beschreibt sich das Bielefelder Unternehmen als „Task Force für Kommunikation und Reputation Management“ und lobt die erprobten Methoden ebenso lyrisch wie nebulös: „Direkt aber diskret … hart aber smart.“ Mehr wird über Unterlöhners PR-Trickkiste nicht verraten.

Genutzt hat sie Mario Frank bekanntlich nichts.

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