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E-Mail vom Chef: ZDF feuert Heidenreich

Erwartetes Ende für Elke Heidenreich: Das ZDF hat sich heute Morgen mit sofortiger Wirkung von der „Lesen!“-Moderatorin getrennt. Das Zweite Deutsche Fernsehen zog damit die Konsequenzen aus Heidenreichs Äußerungen in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut erklärte, das Vertrauensverhältnis zwischen dem ZDF sowie dessen Mitarbeitern und Frau Heidenreich sei nachhaltig zerstört worden.

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Der Eklat um die Ablehnung des Deutschen Fernsehpreises von Marcel Reich-Ranicki fordert seine Opfer. Heidenreich, die mit „Lesen!“ beim ZDF auf Ranickis Sendeplatz („Literarisches Quartett“) folgte, war dem 88-Jährigen in der vorvergangenen Woche verbal zur Seite gesprungen.

Stein des Anstoßes war ein Text von Elke Heidenreich in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. In dem Artikel „Reich-Ranickis gerechter Zorn“, der just am Tag nach der Verleihung des Fernsehpreises erschienen war, hatte die Literaturkritikerin das Verhalten ihres Kollegen verteidigt und massiv gegen ihren Arbeitgeber ZDF gewettert. „Man schämt sich, in so einem Sender überhaupt noch zu arbeiten. Von mir aus schmeißt mich jetzt raus, ich bin des Kampfes eh müde.“
Weiter schrieb Heidenreich: „Ich schäme mich, ich entschuldige mich stellvertretend für alle Leidenden an diesen Zuständen, und derer sind auch in diesen verlotterten Sendern noch viele, bei Marcel Reich-Ranicki für diesen unwürdigen Abend.“

„Das ZDF sowie einzelne seiner Mitarbeiter persönlich herabgesetzt“

Programmchef Thomas Bellut hatte auf die Kritik entsetzt reagiert.
„Ich bin jedenfalls über das Verhalten von Frau Heidenreich, über ihre Worte, auch persönlich enttäuscht“, hatte der 53-Jährige umgehend erklärt. „Wir ziehen noch Bilanz.“ Ergebnis: Heute gab das ZDF die bereits erwartete Trennung bekannt: „Mit ihren Äußerungen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hat Frau Heidenreich die Ebene einer sachlichen Auseinandersetzung verlassen und das ZDF sowie einzelne seiner Mitarbeiter persönlich in nicht mehr hinzunehmender Weise öffentlich herabgesetzt.“

Bellut bedauerte, dass “unsere jahrelange Zusammenarbeit so beendet werden muss“, sah das Vertrauensverhältnis aber nachhaltig gestört. Was aus dem TV-Format „Lesen!“ wird, ist nach ZDF-Angaben offen. Die beiden für dieses Jahr noch geplanten Ausgaben wurden gestrichen. Stattdessen erscheint das Kulturmagazin „aspekte“ .

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