Baidu.com: Kurssturz trotz Rekordquartal

Es gibt in diesen Tagen praktisch kein Internet-Unternehmen, das nach Vorlage der jüngsten Quartalszahlen an der Börse nicht böse abgestraft wird. Nach eBay, Yahoo und Amazon traf es nun auch Baidu.com. Die chinesische Suchmaschine hatte dabei erneut beeindruckende Quartalszahlen vorgelegt: Der Gewinn konnte binnen Jahresfrist um 90 Prozent gesteigert werden. Anleger schienen sich dafür jedoch nicht zu interessieren. Die Aktie verliert 15 Prozent.

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Manche erstaunlichen Nachrichten gehen im Zuge der Finanzmarktkrise komplett unter. Etwa diese: Im Internetsektor zeichnet sich eine Wachablösung ab. Nach einem Jahrzehnt der unangefochtenen amerikanischen Vorherrschaft macht sich nun eine chinesische Suchmaschine daran, zu den US-Online-Veteranen aufzuschließen.

Baidu.com heißt der an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq gelistete Emporkömmling, der nun nach Gewinnen bereits dicht an Yahoo herangerückt ist.  Das US-Internetportal vermeldete am Dienstag nach Handelsschluss gerade noch einen Konzerngewinn von 54 Millionen Dollar, nachdem es im vergangenen Jahr noch 151 Millionen Dollar waren.

Rasantes Wachstum: Gewinn um mehr als 90 Prozent gesteigert

In die exakt entgegengesetzte Richtung geht der Trend dagegen bei Baidu. Umsätze und Gewinne explodieren förmlich: Gegenüber dem Vorjahresquartal schossen die Konzerngewinne um beeindruckende 92 Prozent auf nunmehr 348 Millionen Yuan nach oben.  Das entspricht beachtlichen 51 Millionen Dollar. Nach operativen Gewinnen ist Yahoo damit bereits in Sichtweite.  

Nach den Umsätzen spielt Baidu indes noch in einer anderen Liga, obwohl das Wachstum auch hier verblüffend ausfällt.  So stiegen die Erlöse um enorme 86 Prozent auf nunmehr 920 Millionen Yuan nach oben. Das entspricht 135,4 Millionen Dollar. Die Wall Street hatte zuvor noch mit 134 Millionen Dollar gerechnet.

Kurssturz: „Der Markt hat sich wohl mehr erhofft“

„Ich freu mich, solide Zahlen für das dritte Quartal bekannt geben zu können“, freute sich Baidu-CEO Robin Li. „Chinesische Unternehmen erkennen zunehmend den Wert unserer bezahlten Suche als effektives Marketing-Tool“, erklärt der Vorstandsvorsitzende am Rande des Conference Calls.

Aktionäre und Analysten beurteilten die Ergebnisse jedoch anders. „Mit den Zahlen ist grundsätzlich nichts falsch, allerdings hätte sich der Markt wohl mehr erhofft“, ordnet James Lee, Analyst bei Sterne, Agee & Leach das Zahlenwerk ein.  In der Tat: Die Aktie folgte nach Bekanntgabe der Quartalszahlen den Vorbildern eBay, Amazon und Yahoo – und wurde hart abverkauft. Zur Stunde notiert der Google-Herausforderer, der das wertvollste Dot.com-Unternehmen der Welt in China bei der Internetsuche deutlich hinter siuch gelassen hat,bei nur noch 210 Dollar – ein Minus von 40 Dollar oder 15 Prozent.  

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