Kauft Springer Xing?

Ein altes Börsenmotto lautet: Kaufen, wenn die Kanonen knallen. Je größer die Krise, desto niedriger der Preis. Das weiß auch Springer-Chef Mathias Döpfner. Laut „Manager Magazin“ will er die polnischen Beteiligungen der Mecom-Gruppe übernehmen und Investitionen in „nicht näher genannte börsennotierte Onlinefirmen“ tätigen. Aber wen kaufen? Ich wage den Blick in die Glaskugel und spekuliere: […]

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Ein altes Börsenmotto lautet: Kaufen, wenn die Kanonen knallen. Je größer die Krise, desto niedriger der Preis. Das weiß auch Springer-Chef Mathias Döpfner. Laut „Manager Magazin“ will er die polnischen Beteiligungen der Mecom-Gruppe übernehmen und Investitionen in „nicht näher genannte börsennotierte Onlinefirmen“ tätigen. Aber wen kaufen? Ich wage den Blick in die Glaskugel und spekuliere: Passt nicht das Businessnetzwerk Xing perfekt zum konservativen Verlagshaus?

 
Die Ankündigung von Mathias Döpfner hat vor allem strategische Hintergründe. Der ganze große Druck, in neue Märkte investieren zu müssen, herrscht in der Vorstandsetage der Axel Springer AG zurzeit wohl nicht. Denn im Vergleich zu Konkurrenten wie Gruner + Jahre oder gar dem Bauer Verlag ist die „Bild“-Mutter im Web bereits ordentlich aufgestellt. Döpfner kaufte bereits den Vermarkter Zanox, im Frauen-Segment AuFeminin und im Sport-Markt schluckte Springer gerade das Hamburger Erfolgsportal Transfermarkt.de. Für weitere Zukäufe scheint aktuell noch genügend Geld da zu sein. Laut Manager Magazin beträgt die  Springer-Kreditlinie 1,5 Milliarden Euro. Dazu würde der geplante Verkauf der „Lübecker Nachrichten“ und „Kieler Nachrichten“ geschätzte 400 Millionen Euro einbringen.

Welche börsennotierten Onlinefirmen passen als nun zu Springer? Die Auswahl ist begrenzt. Für Lycos sucht Bertelsmann seit langem einen Käufer. Döpfner wird es nicht sein, denn der CEO kauft diesmal keine Ladenhüter. Bleiben beispielsweise das Douglas und Bertelsmann-Joint Venture Buch.de, der Glücksspielanbieter Jaxx AG oder die GoYellow Media AG. Alles keine Firmen, bei denen man sofort sagt, sie passten zu Springer.

Anders Xing. Das Unternehmen ist vor allem in Deutschland stark, aber International trotzdem gut aufgestellt. Springer besitzt keine Social Community. Mit Xing würde sie eine kaufen, die sogar schon – im Gegensatz zu StudiVZ – profitabel arbeitet. Dazu würde das Medienhaus eine völlig neue Zielgruppe erschließen, die man sonst kaum erreichen könnte.

Bislang ist die Idee lediglich ein Gedankenspiel – aber ein interessantes.

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