Ab heute: Silvermans tabulose TV-Comedy

Fernseh-Deutschland bekommt eine neue tabulose Feministin. US-Komikerin Sarah Silverman zieht mit ihrer Sitcom "The Sarah Silverman Program" ins Abendprogramm ein. Comedy Central wirbt mit dem Slogan "Wie nennt man jemand, der mit seiner Möse spricht?" und spielt mit dem provokanten Feminismus einer Charlotte Roche. In der Serie wird in jedes politisches Fettnäpfchen getreten: Schwarze, Juden, Alte und Kranke stehen im Visier von Silvermans Spiel mit Klischees und Vorurteilen.

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Sarah Silverman – US-Schaupielerin, Komikerin und Sängerin – hat das, was man hierzulande als „loses Mundwerk“ bezeichnen würde. Um sie auf deutsche Verhältnisse herunterzubrechen, könnte man sie auch als den perfekten Mix zwischen dem ludrigen Look von Nora Tschirner, dem femininen Sexismus von Charlotte Roche und der Schnodderschnauze von Niels Ruf bezeichnen. In ihrer Comedy-Sitcom „The Sarah Silverman Program“ tritt sie dafür in jedes nur denkbare Fettnäpfchen: Witze über Juden, Schwarze, Behinderte, Alte – die Silverman kokettiert ihr zartes Äußeres einfach mit einem gnadenlosen Brachial-Humor.

Politisches Engagement vs. tabulose Comedy

Die 37-Jährige spielt in „The Sarah Silverman Program“ ihr Alter Ego – eine naive, faule Arbeitslose, die sich mit Wohlwollen ihrer Schwester durchs Leben schnorrt. Die erste Folge trägt den gewollt provokanten Titel „Sex mit Gott“. Die Tabulose widmet sich auch mit Hingabe dem Thema Furzen, immer wieder ihrer Vagina bzw. der Kombination aus beiden, den „pussy poop“. All das gemischt mit jeder Menge Verstößen gegen das politische Gewissen Amerikas.

Und das, obwohl und gerade weil Silverman selbst Jüdin ist. So versucht sie auch in ihrem Engagement für US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama. Mit ihrer Kampagne „The Great Shlep“ fordert sie in gekonnt provokantem Ton junge Juden auf, ihre Großeltern in Florida zur Wahl des schwarzen Kandidaten zu bewegen: „Wenn Barack Obama nicht der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird, mache ich die Juden dafür verantwortlich“, warnt sie ihre Zuschauer.

Privat sorgte Silverman für Aufsehen, als sie in der Late-Night-Show ihres damaliges Partners Jimmy Kimmel zusammen mit Matt Damon den Song „I`m fucking Matt Damon“ performte. Das Paar trennte sich, ist aber nach Informationen des People Magazine wieder vereint. Für Skandale ist die 37-Jährige aber schon lange bekannt. 2001 leistete sie sich ihren wohl größten Faux-Pas in der Late-Night-Show von Conan O`Brien, als sie bekannte: „Ich liebe Schlitzaugen – wer denn nicht?“

Später Erfolg

1993 startete sie ihre Karriere bei der Comedyserie „Saturday Night Live“. Nachdem es aber keines ihrer Skripte je in eine Sendung schaffte, wurde sie nach nur einer Saison gefeuert. „Ich konnte verstehen, warum es für sie bei `Saturday Night Live´ nicht klappen konnte. Sie hat ihre eigene Stimme, sie ist einfach immer Sarah Silverman. Sie kann einen Charakter spielen, aber nicht darin verschwinden – sie spielt immer auch sich selbst“, erinnerte sich eine ehemalige „SNL“-Mitarbeiterin. Nach einer nicht enden wollenden Odyssee durch diverse Shows und einem eigens produzierten Film („Jesus is Magic“) bekam sie Anfang 2007 beim US-Spartensender Comedy Central ihre eigene Show.

Ihre Tabubrecher-Sitcom hat dafür jetzt umso mehr Erfolg. Die Pilot-Folge versammelte auf dem Sparten-Sender Comedy Central rund 1,8 Millionen Zuschauer vor den Fernsehern. Der „San Francisco Chronicle“, das „Time Magazine“ und „The New Yorker“ waren sich einig, dass „The Sarah Silverman Program“ seinen Erfolg auch verdient hat. Dort lief die Serie bereits 2007 an. Comedy Central Deutschland tritt mit der Ausstrahlung werbewirksam in die Fußstapfen von Lady Bitch Ray und Charlotte Roche: „Wie nennt man jemand, der mit seiner Möse spricht?“ wirbt der Sender auf seiner Homepage für sein neues Format. Aufgrund des expliziten Inhalts werden die Episoden – leider synchronisiert – allerdings erst im späten Abendprogramm ausgestrahlt.

„The Sarah Silverman Program“, donnerstags um 22.30 Uhr auf Comedy Central

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