Bundesliga: Murdoch bietet gegen ESPN

Der Wettbewerb um die Bundesliga-Fernsehrechte geht in die Endphase. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ prüft Medienmogul Rupert Murdoch, ob er ein umfassendes Angebot für das Pay-TV und das frei empfangbare Fernsehen abgibt. Als Konkurrent bringt sich offenbar der Sportsender ESPN in Position. Die DFL will die Ausschreibung in der übernächsten Woche starten und noch vor Weihnachten abschließen.

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Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ verfolgt Murdoch in Deutschland große Ziele: Seit Anfang 2008 ist er mit seinem Medienkonzern News Corp. am kriselnden Münchner Bezahlsender Premiere beteiligt, den der von ihm eingesetzte Manager Mark Williams auf Vordermann bringen soll. Dass Murdoch weitere Anteile an Premiere übernimmt, ist möglich. Aber nur sinnvoll, wenn er zum großen Befreiungsschlag ausholt.

Der könnte so aussehen: Murdoch bietet für umfassende Bundesliga-Fußballrechte, also für das Bezahl- und das frei empfangbare Fernsehen. Die Rechte für das Pay-TV würden an Premiere fallen, die Rechte für das Free-TV könnte er an einen Privatsender veräußern. Die ARD-Sportschau bliebe in dieser Konstellation außen vor. Allerdings müsste Murdoch garantieren, dass die Vorgabe des Bundeskartellamtes erfüllt wird, das am Samstag eine Zusammenfassung des Spieltags im frei empfangbaren Fernsehen fordert – die Klausel, die den deutschen Fußball seit Monaten beschäftigt und knebelt. Möglichweise könnte die Zusammenfassung des Spieltags auf Sat.1 laufen. Der Privatsender verfügt ab Juli 2009 über die TV-Rechte für die Champions League und den Uefa-Cup und ist gerade dabei, die erforderlichen redaktionellen Strukturen aufzubauen.

Als ernsthafter Konkurrent von News Corp. bringt sich der Sportsender ESPN auf dem deutschen Sportmarkt in Position: Der US-Sender gehört zu 80 Prozent zum Disney-Konzern und verfügt über die finanziellen Möglichkeiten, die Rechte zu erwerben. Dem Vernehmen nach überprüft der Sender momentan, ob er einen Ableger in Deutschland aufbauen soll. Offenbar sollen die Disney-Vertreter ihr Konzept auch schon bei Pro Sieben Sat.1 vorgestellt haben.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will die Ausschreibung der Fernsehrechte in der übernächsten Woche beginnen. Sie soll bis spätestens Anfang Dezember abgeschlossen sein, damit die neuen Rechteinhaber von der Konjunktur des Weihnachtsgeschäfts profitieren können. Wie zuletzt bekannt wurde, neigt die DFL dazu, die Laufzeit der TV-Rechte von drei auf vier Jahre zu verlängern. Planungssicherheit wird nach dem Vermarktungsfiasko der vergangenen Monate ganz groß geschrieben.

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