Anzeige

Promi-News erobern das Handy

In den USA sind Promi-News, die direkt aufs Handy geliefert werden, der neue Medien-Trend. "People" (Print), E! (TV) und TMZ (Web) betreiben oder planen laut "New York Times" allesamt neue Mobil-Angebote für Klatsch- und Tratsch-Süchtige. Die neuen Angebote haben zwei Dinge gemeinsam: Sie sind für Smartphones à la iPhone optimiert und sollen sich über Anzeigen finanzieren. In Deutschland hinken solche Promi-Angebote noch hinterher. Mit einer Ausnahme.

Anzeige

Das US-Klatsch-Portal TMZ.com bietet seit vergangenem April ein neues Mobil-Portal an, das laut dem Marktforschungsunternehmen Nielsen Mobile alleine im Juli 1,1 Mio. Besucher vorweisen konnte. Damit hat TMZ.com den Print-Klassiker „People“ bei der mobilen Reichweite überholt. „People“ verfolgt bisher eine Bezahlstrategie und verlangt knapp vier Dollar im Monat, um unterwegs Promi-News und Fotos abrufen zu können. Die Mobil-Seite von „People“ wurde im Juli lediglich 771.000 mal angesteuert, die von dem Unterhaltungs-TV-Sender E!, der zum Comcast-Konzern gehört, immerhin 1,2 Mio. mal. People plant nun in Kürze den Start eines kostenlosen Mobil-Portals, das für iPhone, Blackberry und Co optimiert ist. Meist besuchtes Mobil-Angebot mit Promi-News in den USA ist die mobile Yahoo-Site oneSearch mit 2,9 Mio. Besuchern. Sport-News klickten bei Yahoo 2 Mio. Besucher mobil und für Finanznachrichten auf dem Handy interessierten sich immerhin noch 1,5 Mio. Besucher.

Das mobile Internet wird zweifelsohne populärer – und es wird älter. Der US-Netzanbieter Verizon Wireless hat eine Studie veröffentlicht, laut der das Durchschnittsalter derjenigen, die mobile Inhalte konsumieren, von 25 auf 34 Jahre angestiegen ist. Die Verbreitung von relativ teuren High-End-Geräten wie iPhone und Blackberry wird ihren Teil dazu beigetragen haben.

Deutsche Medienhäuser sind noch nicht mit voller Kraft auf den neuen Mobil-Zug aufgesprungen. RTL und ProSiebenSat.1 betreiben zwar Mobil-Angebote. Die sind mit fitzeligen Bildchen und Mikro-Text aber noch für kleine, konventionelle Handy-Displays angelegt. Was das Geschäftsmodell betrifft, setzen die hiesigen Anbieter meist noch auf Bezahl-Modelle. Das Herunterladen von Video-Clips, Bildchen, Mini-Games oder Klingeltönen ist in der Regel kostenpflichtig. Ebenso fehlt eine eindeutige Fokussierung der deutschen Mobil-Angebote auf Promi-News. Die meisten Mobil-Portale von RTL über ProSieben bis zu „Bild“ sind General-Interest-Angebote. Eine Ausnahme bildet „Gala“. Die People-Zeitschrift aus dem Hause Gruner + Jahr betreibt ein aufwendig produziertes, modernes Mobil-Angebot, das derzeit freilich noch ohne Werbung daherkommt.

Promi-News ziehen Besucher an. Darum bekommen die etablierten Medienhäuser im Web und auch auf dem Handy Konkurrenz aus einer ganz neuen Ecke. So plant laut „New York Times“ der Video-Blogging-Anbieter Seesmic aus San Francisco einen neuen Dienst, bei dem Nutzer Promi-Schnappschüsse sofort vom Handy ins Web laden und dort der Community zum Fraß vorwerfen können. Eine Art „Bild“-Leserreporter auf Steroiden.

Google-CEO Eric Schmidt hat Mobile als das nächste große Ding in der Werbung ausgerufen. In den USA wurde der Ruf von den Machern von People-News bereits erhört. Hierzulande dauert es wohl noch ein bisschen.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige