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Kopieren oder Zitieren: Vier Regeln für „freundliche Übernahmen“

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet heute von der Vorliebe des „SZ-Magazins“ für Ideen des „New York Magazine“. So habe man im Januar für eine Titelgeschichte über Krebskranke das Cover des „NYM“ vom Mai 2007 „nachgestellt“, vergangene Woche sei eine Story über Schönheitschirurgie mit einem von Schnittlinien überzogenen Gesicht wie im „NYM“ illustriert worden. Vor einigen […]

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Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet heute von der Vorliebe des „SZ-Magazins“ für Ideen des „New York Magazine“. So habe man im Januar für eine Titelgeschichte über Krebskranke das Cover des „NYM“ vom Mai 2007 „nachgestellt“, vergangene Woche sei eine Story über Schönheitschirurgie mit einem von Schnittlinien überzogenen Gesicht wie im „NYM“ illustriert worden.
Vor einigen Wochen hatte der „Spiegel“ mit seinem Cover „Macht das Internet doof?“ für Diskussionen gesorgt, weil Idee und optische Umsetzung frappierende Ähnlichkeit mit einem früheren Cover des US-Magazins „The Atlantic“ aufwiesen. Selbst ein Independent-Titel wie „Dummy“ von Oliver Gehrs kopierte bei der aktuellen Ausgabe „Schwarze“ einen Titel von „Vanity Fair“, das Whoopi Goldberg in einer Badewanne voller Milch ablichtete. Bei „Dummy“ ließ sich Roberto Blanco in Kuhmilch fluten. Naja.
Übernahmen von fremden Titeln hat es immer gegeben. Nur sind sie in den Zeiten des Internets transparenter, geradezu gnadenlos nachverfolgbar geworden. Deshalb sollte man mit Adaptionen selbstbewusst umgehen. Folgende Regeln wären sinnvoll:

1. Jede Übernahme eines Cover-Motivs wird im Editorial erwähnt und falls nötig mit dem Original-Cover illustriert.
2. Der oder die Blattmacher erklären, warum sie so handeln und nicht auf die eigene Kreativität setzen.
3. Die Übernahme darf nicht zur Masche werden, sondern muss ein Ausnahmefall bleiben.
4. Jeder, der kopiert, sollte versuchen, dem Original eine eigene Note hinzuzufügen.

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