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Burda: Gerichtserfolg gegen Rewes „Laviva“

Rewes neuer Frauentitel „Laviva“ sorgt für Zoff: Hubert Burda Media hat beim Landgericht München eine Einstweilige Verfügung gegen das Billigblatt erwirkt. Burda sieht in dem neuen Titel ein Plagiat seiner eigenen Zeitschrift „Freundin“. Rewe darf „Laviva“ nun nicht mehr mit dem Untertitel "Die beste Freundin ist nichts gegen 'Laviva'" bewerben. Außerdem wurde dem Großkonzern untersagt, redaktionelle Seiten in „Laviva“ zu bringen, die denen der „Freundin“ ähneln.

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„Das Gericht sieht in der Aufmachung von Laviva mitunter einen deutlichen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht“, so Freundin-Verlagsgeschäftsführer Henning Ecker in einem Interview mit dem „Kontakter“ (Montagsausgabe). Nun muss abgewartet werden, wie Rewe auf die Forderungen von Burda reagiert. Sollte der Lebensmittelriese nicht darauf eingehen, „könnte dies in einem Vertriebsverbot von „Laviva“ gipfeln“, meint Ecker.

Auf MEEDIA-Anfrage war von Rewe zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Doch es ist unwahrscheinlich, dass sich der Konzern an der Layout-Front einen Kampf mit Burda leisten wird. Die Verkaufsargumente der Rewe-Zeitschrift liegen anderswo: Zum einen ist die Zeitschrift mit einem  Preis von 80 Cent deutlich günstiger als die Produkte der Wettbewerber, zum anderen liegen jedem Exemplar Coupons bei, die das Einkaufen in den verschiedenen Rewe-Ketten – neben den Rewe-Supermärkten gehören die Penny-Discounter, die Baumarktkette Toom und der Elektro-Händler ProMarkt dazu – günstiger machen. Der Wert dieser Coupons kann den Heftpreis von „Laviva“ um ein Vielfaches“ übersteigen. Allerdings hat auch Burda  gute Gründe, in der Auseinandersetzung vorsichtig vorzugehen. Mit „Meine Familie & ich“ wird einer der wichtigsten Titel des Verlages an Supermarktkassen verkauft, so auch bei den mehr als 5000 Filialen der Einkaufs-Kette.

Rewe bringt seine Frauen-Zeitschrift seit Anfang Oktober in einer Auflage von 700.000 Exemplaren heraus. Die Bertelsmann-Tochter Medienfabrik Gütersloh verantwortet die redaktionelle Seite von „Laviva“ – und sorgt laut „Spiegel Online“ für „die wahre Schwäche des Heftes“: Die Bertelsmann-Tochter verstünde sich weder auf Layout noch Bildsprache und sorge für einen Look, der Stark an ein Blatt des „Tapetenhersteller-Verbandes“ erinnert. Anders als Burda planen die Tapetenhersteller dagegen wohl keine Schritte gegen „Laviva“.

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