Tinas Baby – ein Vorbild für Deutschland

Anfang der Woche ist hier in den USA ein interessantes Web-Experiment der bekannten Chefredakteurin Tina Brown („New Yorker“) angelaufen. „The Daily Beast“ ist so etwas wie ein schnelles „Vanity Fair“ im Internet und schielt auf den Erfolg der „Huffington Post“. MEEDIA hat darüber berichtet.Ich denke, dieses Projekt sollte man sich in Deutschland einmal sehr genau […]

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Anfang der Woche ist hier in den USA ein interessantes Web-Experiment der bekannten Chefredakteurin Tina Brown („New Yorker“) angelaufen. „The Daily Beast“ ist so etwas wie ein schnelles „Vanity Fair“ im Internet und schielt auf den Erfolg der „Huffington Post“. MEEDIA hat darüber berichtet.
Ich denke, dieses Projekt sollte man sich in Deutschland einmal sehr genau ansehen. Aus mehreren Gründen:

  • zunächst ist „The Daily Beast“ ein gutes Beispiel für ein „Web-Magazine“. Meiner Meinung nach liegt in dieser Gattung die Zukunft der Zeitschrift. Das Konzept ist mehr als eine normale Internet-Seite, es ist „magazinig“ und optisch angelegt und hat mit seinen ungewöhnlichen Rubriken den Charakter einer Zeitschrift.

  • Dann wird „The Daily Beast“ von einer Zeitschriften-Macherin konzipiert. Das ist bemerkenswert, weil im Web bisher eher Techniker als Journalisten dominieren. Sicher gibt es auch in Deutschland Printmacher mit Web-Affinität. Ich verstehe nicht, warum sie sich nicht verstärkt im Internet versuchen – vor allem in Zeiten, in denen es im Print ja nun wirklich wenig zu holen gibt.
  • „The Daily Beast“ ist zu einem guten Teil „Aggregator“ und bringt Links zu dem Besten und Neuesten aus dem Web. Motto: „Read this, skip that“. Bei geschätzten 180 Millionen Websites sind Aggregatoren fürs Internet so etwas wie Programmzeitschriften fürs Fernsehen. In Deutschland ist diese Gattung noch überhaupt nicht richtig angekommen. Vor allem finde ich interessant, wie Tina Brown eigenen und fremden Content mischt.
  • Last, but not least muß man „The Daily Beast“ auch als Test ansehen, ob in Zeiten der Banken-, Wirtschafts- und Medienkrise ein journalistisches Start-up Erfolg haben kann, das ja als einzige Einnahmequelle auf Werbeerlöse zurückgreifen kann.

Auch wenn es scheitern sollte, Tinas Baby ist bemerkenswert, weil es der Prototyp für eine Zeitschrift im Internet ist. Ich bin davon überzeugt, hier in den USA werden noch viele ähnliche Projekte folgen – hoffentlich auch in Deutschland.

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