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Einstellungsstopp bei Gruner + Jahr

Der Hamburger Großverlag Gruner + Jahr tritt massiv auf die Kostenbremse. Mittlerweile hat der Verlag bestätigt, dass ein Einstellungsstopp verhängt wurde. Abgänge sollen, bis auf zentrale Positionen wie Chefredaktion, nicht neu besetzt werden. G+J steht nicht alleine im Regen. Die WAZ Gruppe bereitet ein massives Spar-Programm vor, und auch aus anderen Häusern hört man, dass der Rotstift eine Renaissance erlebt. Die Großverlage erwarten 2009 ein ganz hartes Jahr.

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Laut einem Bericht von „werben & verkaufen“ handelt es sich bei dem Einstellungsstopp bei G+J keineswegs um eine rein vorbeugende Maßnahme, vielmehr habe der Verlag mit Erlösproblemen zu kämpfen. Sprich: zurückgehende Umsätze. Auch andere rüsten sich für harte Zeiten. Dem Vernehmen nach durchforstet die Verlagsgruppe Bauer bereits seit einiger Zeit die Redaktionen auf der Suche nach weiteren Einspar-Möglichkeiten. Auch im Hause Burda, wird derzeit, so ist zu hören, massiv auf die Kostenbremse getreten. Die Stellen ausscheidender Mitarbeiter werden nicht nachbesetzt, Budgets gekürzt. Angst geht um. Einen offiziellen Einstellungsstopp hat außer Gruner + Jahr bisher aber nur die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ verhängt. Hintergrund des drastischen Spar-Programms ist natürlich die Furcht vor zurückgehenden Erlösen im Zuge der allgemeinen Finanz- und Wirtschaftskrise.

Wenn es Unternehmen schlecht geht, werden traditionell zuerst die Marketing- und Werbeausgaben zusammengestrichen. Darunter leiden alle Medien, besonders aber die Wirtschaftstitel. Manager aus Anzeigenabteilungen großer Verlage wissen zu berichten, dass Banken Kampagnen stornieren und bei fest gebuchten Aufträgen um Aufschübe bitten. Bei Gruner + Jahr wird offenbar nun überlegt, inwieweit die ohnehin schwierigen Wirtschaftstitel „Financial Times Deutschland“ und „Capital“ redaktionell zusammenarbeiten können, um weiter Kosten zu sparen. Pearson, die Muttergesellschaft der britischen „Financial Times“, dürfte derzeit recht froh sein, die „FTD“-Beteiligung noch vor der Finanzkrise an den deutschen Partner G+J abgetreten zu haben. Gerade für die chronisch defizitäre „FTD“ kann es eng werden in der Krise.

Doch auch bei der „FTD“-Konkurrenz vom „Handelsblatt“ soll gespart werden. Chefredakteur Bernd Ziesemer hat laut „Kontakter“ ein Schreiben an die Redaktion verfasst und angekündigt, dass „alle Aktivitäten kritisch unter Kostengesichtspunkten zu prüfen“ seien. 2009 werde ein „sehr schwieriges Jahr für die Wirtschaftspresse“ werden, so Ziesemer.

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