Müslimixer: „Sind für jeden Tipp dankbar“

Ein irre Erfolgsgeschichte: In Passau hatte 2007 drei Studenten die wundersame Idee, selbst gemixte Müslis über das Web zu verkaufen. Klingt verrückt, wurde aber zum Erfolgskonzept. Zur Annerkennung ihrer Leistung überreicht der Bundesverband des Versandhandels den drei Müsli-Mixern gerade seinen Young Business Award. Im MEEDIA-Interview erklärt Max Wittrock warum er glaubt, dass die Finanzkrise nicht den „Müslimarkt“ erfasst.

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Sind Sie stolz oder ist es doof, wenn man noch in der Talentschublade (Young Business) steckt?
Nein, das ist schon ok. Wir sind ja immerhin erst am 30. April 2007 online gegangen. Und wir möchten gerne lange ein Start-up bleiben, zumindest was die Stimmung im Team angeht.
Klar müssen auf der anderen Seite manche Dinge seit dem Start immer professioneller werden. Doch das schließt sich ja nicht aus.

Ist MyMüsli schon erwachsen geworden?
Ja und nein. Ja, wenn man unsere selbst gesteckten Ziele nimmt. Die haben wir erreicht, zum Beispiel was Umsätze angeht. Die Entwicklung ging also konsequent voran und intern ist alles professioneller und geordneter geworden. Nein aber auch (die Pubertät ist aber glücklicherweise schon rum). Denn man kann noch immer viel lernen, viel falsch machen und hat aber auch großes Potential, um weiter durchzustarten.

Was war die wichtigste Lehre aus den ersten rund 1,5 Geschäftsjahren?
Ein weites Feld, aber ganz allgemein gesprochen haben wir natürlich unheimlich viele kleine Dinge mitgenommen.  Und die wiegen meines Erachtens in der Summe dann schwerer als ein großer Aha-Effekt. Den gab es so nicht.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?
Erfolg hat ja auch immer was mit den Rahmenbedingungen zu tun, und die haben einfach gestimmt: Wir hatten zum Beispiel viel Unterstützung durch das Web, Blogs im speziellen, die uns in die Öffentlichkeit getragen haben. Das gilt auch für klassische Medien; ferner war der Gründungszeitpunkt perfekt: Gleich nach dem Studium, man braucht wenig Geld, hat kaum Verpflichtungen usw. Da kommt einiges zusammen, aber sicherlich haben auch alle bei Mymuesli hart dafür gearbeitet. Das gilt für alle, ob Müslimixer, Praktikant oder Gründer.

Was können Sie anderen Start-ups raten?
Das ist natürlich immer schwierig, denn aus einem riesigen Erfahrungsschatz können wir nicht berichten; sind selbst dankbar über jeden Tipp und Ratschlag. Gelernt haben wir aber, dass man ruhig mal auch an seine Idee glauben darf. Auch einen das eigene Umfeld (nicht alle natürlich) für verrückt erklärt.

Viele Gründer und Start-ups bekommen es in Angesicht der aktuellen Finanzkrise gerade ganz schön mit der Angst zu tun. Wird die Krise auch MyMuesli treffen?
Als ich gerade die Zeitung aus dem Briefkasten geholt habe, da dachte ich nicht zwangsläufig: Wird das jetzt auch Folgen für uns und den Müslimarkt haben?
Wir können noch immer ruhig schlafen. Doch da wären Philipp und Hubertus als BWLer die besseren Ansprechpartner. Doch auch von den beiden habe ich nichts Gegenteiliges gehört.

Einige Experten sagen, dass vor allem Shopping-Angebote von der Krise profitieren, weil sie nicht auf Werbeeinnahmen angewiesen sind. Wie sehen Sie das?
Das überlassen wir den Experten, die Prognosen jedenfalls.

Was glauben Sie, wird es ein großes Start-up-Sterben in Deutschland geben?
Nein, das schöne an Gründern ist ja, dass sich die meisten immer gut den Rahmenbedingungen anpassen können. Aber irgendwann muss man natürlich Geld verdienen und kann sich nicht nur auf externes Kapital verlassen. Wenn das nicht klappt, dann klappt’s auch nicht mit dem Startup. Krise hin oder her.

Wann kommt eigentlich eine Erweiterung der Produktpalette. Im Moment entstehen ja fast täglich neue Angeboten für Schokolade, Kaffee oder Tee, die genau das MyMüsli-Konzept kopieren. Können Sie es da nicht genauso gut selbst machen?
Ein-Produkt-Strategien sind spannend: Man kann seine ganze Energie einem Sektor widmen. Und für mymuesli haben wir das Potenzial unseres Produkts noch nicht ausgeschöpft. Das steht aber an vorderster Stelle.

Wie soll es mit MyMüsli weitergehen? Wann folgt die Expansion?
Wir expandieren ja schon. Und ansonsten erschließen wir uns zum Beispiel auch neue Müsli-Geschäftsfelder, Hotels etwa sind ein neuer Kundenkreis, da haben wir bspw. noch viel Arbeit vor uns.

Ein weiterer Schritt wäre der Verkauf an eine große Web-Company. Einer ihrer Investoren Lukasz Gadowski ist ja immerhin bekannt dafür, immer auf der Suche nach lukrativen Exit-Strategien zu sein?
Klar ginge das grundsätzlich; aber das schöne an e-Commerce-Modellen mit schwarzen Zahlen ist ja, dass man sich seine Unabhängigkeit so lange bewahren kann, wie man möchte.

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