Warum sind Sie ein „Aufsteiger“, Herr Strunz?

Die DJV-Verbandszeitschrift „journalist“ hat den ehemaligen Chefredakteur der „Bild am Sonntag“, Claus Strunz porträtiert. Genau, den jetzigen Chefredakteur des „Hamburger Abendblatts“. Und was sagt Herr Strunz in diesem Porträt: „Ich sehe meine Wechsel eher als Aufstieg.“ *Köchl* *Köchl* Wie bitte? Da hatte einer mit „Bild am Sonntag“ die Leitung eines Massenblatts mit einer Auflage von […]

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Die DJV-Verbandszeitschrift „journalist“ hat den ehemaligen Chefredakteur der „Bild am Sonntag“, Claus Strunz porträtiert. Genau, den jetzigen Chefredakteur des „Hamburger Abendblatts“. Und was sagt Herr Strunz in diesem Porträt: „Ich sehe meine Wechsel eher als Aufstieg.“ *Köchl* *Köchl* Wie bitte? Da hatte einer mit „Bild am Sonntag“ die Leitung eines Massenblatts mit einer Auflage von über 1,7 Mio. Exemplaren und wurde schon für alle möglichen Top-Jobs in der deutschen Journaille gehandelt – Vorstand, „stern“-Chef, „Zeit“-Chef – und jetzt erklärt er seinen Wechsel von der „BamS“ zum „Hamburger Abendblatt“ (Auflage: knapp 251.000) zum „Aufstieg“? Wie kommt er denn darauf? Claus Strunz im „journalist“: „Die Zukunft des Journalismus liegt vor allem im Regionalen.“ Ach so, ja klar! Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Das „Hamburger Abendblatt“ ist ganz sicher eine supertolle Zeitung für Hamburg und die Region drumherum und trägt einiges zum Hyper-Gewinn der Axel Springer AG bei. Aber die „Bild“-Gruppe und damit auch die „Bild am Sonntag“ ist eben absolute 1. Bundesliga. Und das „Hamburger Abendblatt“ spielt vielleicht mit um die Tabellenführung in der Landesliga. Und einen Wechsel von der Bundesliga in die Landesliga nennt man im allgemeinen einen Abstieg. Da gibt es nix zu deuteln.

Ich kann jedenfalls nicht glauben, dass Herr Strunz das ernst meint, was er da, wohl abgewägt, von sich gegeben hat. Meine Interpretation der Ereignisse ist vielmehr, dass er beim „Abendblatt“ nur in Wartehaltung ist, bis für ein neuer Top-Job in der Bundesliga frei wird.

Noch was Ulkiges aus dem „journalist“-Porträt: Nach eigener Einschätzung gehörte Claus Strunz als „BamS“-Chef zu den „Top-Ten-Journalisten“ auf der Kontaktliste von Kanzlerin Merkel. Diesen Zettel würde ich gerne mal sehen. Wer steht denn da auf Platz 1? Kai Diekmann?, Mathias Müller von Blumencron? Helmut Markwort? Man weiß es nicht. Ist vielleicht auch besser so.

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