Gericht wirft Kirch Rechts-Missbrauch vor

Das Frankfurter Landgericht hat mal wieder eine Klage von Leo Kirch gegen die Deutsche Bank abgewiesen und dabei dem ehemaligen Medien-Mogul die Leviten gelesen. Kirch würde das Aktionärsrecht missbräuchlich instrumentalisieren, so die Richter in ihrer Begründung. Aktuell klagten Kirchs Anwälte, weil Fragen auf einer Hauptversammlung nicht beantwortet worden seien. Eine der Fragen lautete "Wie hoch sind die Dornenbüsche, hinter denen sie noch Risiken haben, Herr Ackermann?"

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Eine andere wirre Frage des 81-jährigen Kirch an den Deutsche-Bank-Vorstand: „Uns reichen eigentlich die Investitionen, die Politiker in anderer Leute Wälder tätigen. Warum haben sie unser Geld in anderer Leute Immobilien gesteckt?“ Das Gericht zweifelte an, dass die Beantwortung solch seltsamer Fragen im Interesse eines „Durchschnittsaktionärs“ erforderlich sind. Kirch und seine Frau überziehen über die Anwaltskanzlei des CSU-Politikers Peter Gauweiler die Hauptversammlungen der Deutschen Bank regelmäßig mit Klagen und ausgedehnten Fragenkatalogen. Offenbar hegt das Frankfurter Landgericht den Verdacht, dass es Kirch dabei weniger um die Sache als um einen persönlichen Rachefeldzug geht.

Kirch und seine Frau Ruth führen seit Jahren eine Privatfehde gegen die Deutsche Bank. Kirch gibt dem Geldinstitut die Schuld daran, dass sein Medienimperium vor sechs Jahren pleite ging. Damals hatte der Vorstandschef der Bank, Rolf E. Breuer, öffentlich Kirchs Kreditwürdigkeit angezweifelt. Kirch sieht darin den Grund, warum seine Finanzierung zusammenbrach. Seither fordert er von der Bank Schadensersatz in Milliardenhöhe. In diesem Prozess, der vor dem Landgericht München läuft, ist für den November ein weiterer Termin angesetzt.

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