Geplatzter Kirch-Deal kostet Liga 546 Mio.

Am Ende bedachte man sich mit freundlichen Worten, auch wenn einer auf der Strecke bleibt: Leo Kirch ist bei der Vergabe der TV-Rechte für die Bundesliga endgültig gescheitert, der 3-Milliarden-Deal geplatzt. Diese Entscheidung traf am Donnerstagabend der Vorstand der DFL. Ein Kirch-Sprecher: „Wir haben unter den gegebenen Umständen volles Verständnis für die Entscheidung der DFL.“ Das Kartellamt hatte das Geschäftsmodell Kirchs gekippt. Die Rechte werden neu ausgeschrieben.

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Hauptstreitpunkt in den monatelangen Auseinandersetzungen war die Übertragung der Bundesliga-Spiele im Free TV. Die Behörde hatte eine kostenfreie Ausstrahlung der Spiele am Samstag vor 20 Uhr gefordert. Das Modell von Sirius und der Deutschen Fußball Liga sah vor, dass die erst ab 22 Uhr möglich gewesen wäre. Auch der Kompromiss-Vorschlag einer „Mini-Sportschau“ von 30 Minuten für alle Partien wurde vom Kartellamt zurückgewiesen.

Nach dem definitiven Aus für die Kirchverträge, die der DFL rund 500 Millionen Euro pro Saison garantiert hätten, steht auch der Liga-Verband als Verlierer da. Nach Einschätzung von DFL-Präsident Reinhard Rauball werden in der nächsten Runde maximal 409 Millionen Euro erlöst werden. Bei einer Laufzeit von sechs Jahren ab 2009 summieren sich die Mindereinnahmen auf 546 Millionen Euro. Die Ausschreibung soll von Ende Oktober bis Ende Januar laufen.

Es wird erwartet, dass nun auch Premiere unter Einfluss des neuen Großaktionärs Rupert Murdoch ein neues Angebot unterbreiten wird. Experten rechnen allerdings damit, dass Murdochs Manager versuchen werden, den Preis noch einmal deutlich zu drücken. Viele Vereine hatten sich bereits beklagt, dass sie aufgrund der unklaren Erlössituation keine Planungssicherheit für die kommende Saison hätten. Entscheidungen für teure Transfers von attraktiven Profis seien auf Eis gelegt. Sie hatten zudem kritisiert, dass der Eingriff des Kartellamtes die öffentlich-rechtlichen Sender unangemessen bevorteile. Kirchs Firma Sirius will weiter im Sportrechte-Handel aktiv bleiben.

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