SevenOne-Chef vor der Ablösung?

Die Krise beim TV-Konzern SevenOne Media spitzt sich immer mehr zu. Schlechte Halbjahreszahlen, die Demission von Marketing-Vorstand Peter Christmann, der Abgang von Vorstandschef Guillaume de Posch, Gewinnwarnung. Und jetzt soll laut "Handelsblatt" auch noch der Geschäftsführer der Werbetochter SevenOne Media, Michael Krautwald, weggeschickt werden. Der neue Marketing-Vorstand Klaus-Peter Schulz habe diese Entscheidung getroffen.

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Laut „Handelsblatt“ gibt Schulz Krautwald eine Mitschuld an dem verkorksten Vermarktungsmodell, wegen dem Umsätze und Gewinne der Sendergruppe in Deutschland seit Beginn des Jahres nach unten rauschen. Das Vermarktungsmodell war schon der Grund, warum der langjährige Vorstand Christmann seinen Hut genommen hat. Ein ProSiebenSat.1-Sprecher hat die Personalie Krautmann auf Anfrage von MEEDIA allerdings dementiert. Davon sei derzeit nichts bekannt. Interessanterweise findet sich die Personalie nicht in der E-Paper-Ausgabe des „Handelsblatt“ und nicht in deren Online-Archiv, sondern lediglich in einigen gedruckten Ausgaben. Gut möglich, dass die Zeitung sich erst spät entschlossen hat, die Personalie aufzunehmen, als bereits einige Ausgaben gedruckt waren. Die Krise bei ProSiebenSat.1 ist jedenfalls Fakt. Erst am Mittwoch hat die Gruppe ihre Gewinnerwartung von 784 auf 670 bis 700 Mio. Euro EBITA heruntergeschraubt.

Die Börse schickte die Aktie des Unternehmens daraufhin weiter den Keller hinunter auf einen Wert von fünf Euro. Mitte 2007 notierte das Papier noch bei rund 30 Euro. Das Investment in ProSiebenSat.1 erweist sich für die Finanzinvestoren Permiras und KKR als Katastrophe. Während sich der neue Marketing-Chef Schulz noch einarbeiten muss und versucht, das Vermarktungsmodell anzupassen, ächzen die Sender unter dem Spar-Diktat der Investoren. Dass die an einer langfristigen Entwicklung des TV-Konzerns interessiert sind, muss spätestens seit der jüngsten Hauptversammlung bezweifelt werden. Trotz eines Rekord-Schuldenstands von 3,4 Mrd Euro haben sich Permira und KKR eine Dividende von knapp 1,3 Mrd. Euro auszahlen lassen. Vorstandschef de Posch nimmt Ende des Jahres entnervt seinen Hut und ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Kein Wunder. Der Chefsessel von ProSiebenSat.1 ist derzeit nicht gerade ein attraktiver Arbeitsplatz für einen Manager, der mit Erfolgen glänzen will.

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