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Google-Phone ohne Kopfhörer-Anschluss

Tag 1 nach der Präsentation des ersten Telefons mit dem Google-Handy-Betriebssystem Android in New York. Das Fazit der Blogger und der Fachpresse: Ganz nett, aber das iPhone bleibt unerreicht. Während man sich in Deutschland in erster Linie über das klobige Design echauffiert, haben US-Techies ein kapitales Defizit am Google-Phone entdeckt. Dem G1 fehlt ein normaler Kopfhörer-Anschluss! Für ein Handy, das explizit als iPhone- und iPod-Konkurrent auftritt, ist das ein dicker Fehler.

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Statt einem normalen 3,5 Millimeter Kopfhörer-Anschluss verfügt das G1 nur über einen Mini-USB-Anschluss. Man muss also spezielle USB-Kopfhörer nutzen oder einen Adapter mit sich herumschleppen. Na ja. Fairerweise muss man erwähnen, dass das erste iPhone auch keinen Standard-Kopfhöreranschluss hatte. Mit der neuen Generation des iPhone hat Apple aber auf massive Kundenbeschwerden deswegen reagiert und nachgebessert. Fragt sich nur, warum die Entwickler des G1 beim Handy-HerstellerHTC diesen Fehler wiederholen mussten.

Ansonsten kann das G1 alles, was das iPhone auch kann. Fast. Eine Multi-Touch-Bedienung des Touchscreens mit mehreren Fingern funktioniert beim G1 nicht. Man kann also Websites oder Fotos nicht wie beim iPone mit zwei Fingern vergrößern oder verkleinern. Der Gag, den das G1 hat und dafür das iPhonenicht, ist sicherlich der eingebaute Kompass, der mit Bewegungssensoren gekoppelt ist. In Verbindung mit Google-Streetview ändert sich das Straßenbild auf dem Handy automatisch, indem man das Gerät bewegt.

In den USA wird das G1 ab 22. Oktober ab 179 Dollar verkauft und damit 20 Dollar billiger als das iPhone. Wie teuer das G1-Handy in Deutschland wird, ist noch nicht bekannt. In Deutschland will T-Mobile das G1 im 1. Quartal 2009 auf den Markt bringen und verpasst damit das Weihnachtsgeschäft. Angeblich braucht es so lange, bis die Android-Software auf die deutsche Sprache umgestellt wird. Gleichzeitig verkündet T-Mobile, in Zukunft viele weitere Handys mit Googles Android auf den Markt zu bringen. Ein bisschen seltsam, den T-Mobile verkauft hierzulande auch exklusiv Apples iPhone und damit das Haupt-Konkurrenz-Produkt. Vielleicht rüstet sich T-Mobile schon für die Zeit, in der das iPhone nicht länger exklusiv an einen Netzbetreiber gebunden verkauft wird. Sobald der Markt der Early Adopters gesättigt ist, wird Apple ein Interesse haben, den Vertrieb des iPhone weiter zu öffnen.

T-Mobile wird Googles Android aber auch nicht exklusiv bekommen. Das Handy-Betriebssystem soll nach dem Willen Googles eine möglichst weite Verbreitung finden, um mobiler Werbung zum Durchbruch zu verhelfen. Weitere Google-Handys auch von anderen Herstellern sollen noch im Laufe von 2009 auf den Markt kommen. Da Android ein offenes Betriebssystem ist, kann alles mögliche darunter sein – vom klassischen Tasten-Handy bis zum reinen Touchscreen-Gerät.

Ein deutliches Manko des G1 ist außerdem die fehlende Möglichkeit, E-Mails mit Exchange-Servern zu synchronisieren. Für Geschäftskunden ist das Gerät damit quasi unbrauchbar. Auch dieses Manko hat Apple mit der zweiten iPhone-Generation behoben. Schon komisch, dass die HTC Entwickler offenbar nur das iPhone der ersten Generation vor Augen hatten und auch gleich die ganzen Fehler des Gerätes mitkopiert haben.

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