Google-Handy ist kein großer Wurf

Wer vom ersten Google-Handy viel erwartet hat, wird ernüchtert sein. Wer die Interessen der beteiligten Konzerne kennt, wird nichts anderes erwartet haben: ein Suchmaschinen-Gigant aus den USA, ein deutscher Netzbetreiber und ein weithin unbekannter taiwanesischer Handy-Hersteller – man kann sich vorstellen, wie es da bei der Abstimmung über Design und Features des angeblichen Wunderdings gerumpelt […]

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Wer vom ersten Google-Handy viel erwartet hat, wird ernüchtert sein. Wer die Interessen der beteiligten Konzerne kennt, wird nichts anderes erwartet haben: ein Suchmaschinen-Gigant aus den USA, ein deutscher Netzbetreiber und ein weithin unbekannter taiwanesischer Handy-Hersteller – man kann sich vorstellen, wie es da bei der Abstimmung über Design und Features des angeblichen Wunderdings gerumpelt hat.
Seien wir ehrlich: das G1 ist kein großer Wurf. Optisch biedert es sich auf den ersten Blick ans iPhone an, aber schnell wird klar: Das Android-Modell ist ein Hybrid. Zur Touchscreen gibt es noch eine Tastatur zum Ausziehen. Das ist Hardware-Technik von gestern, die sich auf dem Markt nicht durchgesetzt hat, und das Design wirkt bei näherem Betrachten, als hätten die Google-Boys ihr Phone bei der Nokia-Entwicklungsabteilung des Jahres 1990 in Auftrag gegeben. Ob sich die flache und fummelige Tastatur mit seitlich positioniertem Trackball überhaupt durchsetzt, ist die Frage. Beim Blackberry ist dies besser gelöst. Wer unterwegs längere Texte schreiben will, wird wohl weiterhin dem Eee-PC den Vorzug geben. Wer sein iPhone liebt, wird keinen Gedanken an den Erwerb eines G1 verschwenden.
Erschwerend wirkt, dass unter dem offenkundigen Zeitdruck Kinderkrankheiten der ersten iPhone-Generation bei der Konzeption des Nachzüglers kopiert wurden. Und anders als bei Apple, wo alles aus einem Guss und aufeinander abgestimmt wirkt, ummantelt die HTC-Schale ein Patchwork-Produkt. Da wundert es nicht, dass sich auch bei T-Mobile der Enthusiasmus in Grenzen hält und schon vor der Einführung weitere Android-Smartphones angekündigt werden.
Steve Jobs wird das G1 kaum die Verkaufsbilanz verhageln. Auch wird es bei immer zahlreicher werdenden Google-Kritikern auf wenig Gegenliebe stoßen. Aber trotz aller Mängel ist davon auszugehen, dass die Android-Offensive dem mobilen Internet einen neuen Schub geben wird, der vor allem den Markt der Zulieferer weltweit beleben dürfte. Und die hoffen sicher jetzt schon auf das G2.

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