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Was ist schon wirklich „gratis“?

Da haben wir heute die Meldung gehabt, dass Springer künftig samstags eine kostenlose Sonderausgabe der „Berliner Morgenpost“ verteilen lässt. Und zwar von dem ehemaligen Erzfeind Deutsche Post AG. Einige, ich auch, schrieben daraufhin etwas von einer Gratiszeitung am Samstag. Ui, da fühlte man sich bei Springer sehr falsch verstanden. Anruf von einem Pressesprecher des Hauses, […]

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Da haben wir heute die Meldung gehabt, dass Springer künftig samstags eine kostenlose Sonderausgabe der „Berliner Morgenpost“ verteilen lässt. Und zwar von dem ehemaligen Erzfeind Deutsche Post AG.

Einige, ich auch, schrieben daraufhin etwas von einer Gratiszeitung am Samstag. Ui, da fühlte man sich bei Springer sehr falsch verstanden. Anruf von einem Pressesprecher des Hauses, der erklärte, wie die Definition von Gratiszeitung geht. Quasi offiziell. Laut Springer ist eine Gratiszeitung nur eine Zeitung mit „tagesaktueller Berichterstattung und aktiver Verteilung an Pendler“. Aha. Nach meiner Definition war eine Gratiszeitung bisher eine Zeitung, die nix kostet. Ich halte auch jedes Anzeigen-Wochenblatt für eine Gratiszeitung.

Natürlich verstehe ich, was Springer meint. Wer Gratiszeitung sagt, hat Blätter wie „Metro“ oder „20 Minuten“ im Kopf. Und Springer selbst ist in erklärter Gegnerschaft zu solchen täglichen Gratiskonzepten. Und zwar einzig aus dem Grund, weil der Verlag mit seinen Pay-Zeitungen noch einen Haufen Geld verdient. Sobald die Verkaufserlöse und/oder Anzeigenerlöse mit Pay-Zeitungen ein gewisses Maß unterschreiten, wird auch die Axel Springer AG Gratiszeitungen nach ihrer eigenen Definition auf den Markt werfen. Jede Wette. Auch wenn die jetzt immer so tun, als sei das was ganz ganz Schlimmes, so eine Gratiszeitung.

Wenn Springer unter dem Namen einer etablierten Pay-Zeitung wie der „Berliner Morgenpost“ und mit Hilfe der Deutschen Post AG, die ja vor nicht allzu langer Zeit selbst mit dem Gratis-Gespenst gedroht hat, eine kostenlose Zeitung auf den Markt bringt, dann hat das ein weitaus höheres Gewicht, als ein x-beliebes Anzeigen-Wochenblatt. Man kann hier schon eine gewisse Wegbereitung, eine Fingerübung für eine Gratiszeitung sehen. Man muss es nicht, aber man kann.

Bei Springer war man dann seinerseits so genervt von dem vielen Gratis-Geschreibsel, dass man sogar eine „Richtigstellung“ in Form einer Pressemitteilung herausschickte. Die „Berliner Wochenend-Extra“ ist keine Gratiszeitung, steht da zu lesen, nein, sie ist die „neuartige Konzeption eines Anzeigenblatts“. Uff. Zum Glück haben die uns Doofis das jetzt mal richtig erklärt.

Dazu noch Herr Döpfner: „Wenn die ‚Berliner Morgenpost‘ Wochenend-Extra eine Gratiszeitung ist, sind wir seit mehreren Jahrzehnten Gratiszeitungsverleger.“

Wo er Recht hat…

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