Beeindruckender Relaunch vom „Wall Street Journal“-Online

Das „Wall Street Journal“ ist eine der besten Zeitungen der Welt – mit fast 2,1 Mio. Verkauf nach der „USA Today“ (2,3 Mio.) die Nummer 2 in den USA, deutlich vor der „New York Times“ (1,1 Mio.).  Seit Dezember letzten Jahres gehört das mit vielen Pulitzer-Preisen ausgezeichnete WSJ zu Rupert Murdoch. Er hatte es für […]

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Das „Wall Street Journal“ ist eine der besten Zeitungen der Welt – mit fast 2,1 Mio. Verkauf nach der „USA Today“ (2,3 Mio.) die Nummer 2 in den USA, deutlich vor der „New York Times“ (1,1 Mio.). 
Seit Dezember letzten Jahres gehört das mit vielen Pulitzer-Preisen ausgezeichnete WSJ zu Rupert Murdoch. Er hatte es für 5,6 Milliarden Dollar gegen den erbitterten Widerstand der Branche gekauft. Und es dann in den Folgemonaten nach Murdoch-Manier kräftig umgemodelt. Standen früher langatmige Marktanalysen im Vordergrund, so ist heute Wirtschaft nur noch ein Element in der Berichterstattung. Keine Frage, die Zeitung ist unter Murdoch schneller, interessanter und lesbarer geworden. Und gewinnt an Auflage. 

Das WSJ ist aus deutscher Sicht vor allem deshalb interessant, weil sie weltweit eine der letzten Zeitungen ist, die im Internet noch mit einem Pay-Bereich für Abonnenten arbeitet. Und das hat sich überraschenderweise auch unter Murdoch nicht geändert. 

Bisher blieb der Online-Auftritt weit hinter der Qualität vom Print-Produkt zurück. Die Navigation war altbacken und überladen, die Homepage unübersichtlich. Und die Tools, mit denen man Content individualisieren konnte, waren schlichtweg missglückt. Aber das war gestern. 
Heute enthüllte das WSJ „a significant redesign“ – und macht damit einen deutlichen Sprung nach vorne.  
Was hat sich geändert? 

  • zunächst sieht das gesamte Layout modern aus. Interessant ist der schwarze Rahmen, der alle Seiten umspannt. Er gibt dem WSJ-Angebot im überfüllten Internet einen einzigartigen Look. 
  • Die Homepage ist übersichtlicher und lesbarer geworden. Die früher viel zu lange „What’s New“-Leiste wurde gestrafft.
  • Die Seite ist leichter zu navigieren. Innovativ ist die „Newsreel“, die flüchtige Leser direkt unterhalb der horizontalen Navigation noch einmal auf die wichtigsten Stories des Tages hinweist.
  • Bewegtes Bild spielt im Gesamtangebot eine große Rolle und wird teilweise auch schon bei den Aufmacherstories eingesetzt. Der Videoplayer ist verbessert worden, alle Videos sollen in Kürze auch in Blogs einbindbar sein.
  • für Abonnenten gibt es ein neues Social Network mit Namen „Journal Community“.
  • Ansehen sollte man sich auch, wie die Werbung auf der Homepage integriert wird. Der Content fährt für ein paar Sekunden nach unten und ein breites Werbebanner wird sichtbar.

Beruhigend für deutsche Web-Macher: auch die Amerikaner kämpfen gegen die Technik. Manche Button funktionieren noch nicht, kleine Bugs findet man an allen Ecken und Enden. 
„Old school, old media and just plain old“, spottete vor gar nicht so langer Zeit noch die „New York Times“ über den inzwischen 77jährigen Murdoch. Das Lachen dürfte der Konkurrenz vergangen sein. Seinem Ziel, „to be the preeminent brand for news everywhere in the world and on any technology platform“ ist der nimmermüde Australier seit gestern einen deutlichen Schritt näher gekommen: der Internet-Relaunch vom WSJ ist beeindruckend.

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